Detailreiches vom 70. Jahreskongress

Nachdem die Berichte von den diversen Abreitsgruppen und Ateliers des Jahrskongresses 2026 in Saarbrücken eingegangen sind, soll eine Übersicht über die Ergebnisse der vielen Gespräche und Diskussionsrunden das Bild abrunden. Insgesamt sieben Themenkomplexe wurden im Laufe des Samstag, 17. Oktober, von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern behandelt.

1.“ Grenzenloser Wasserstoff“ lautete ein Thema, mit dem über die „Energie der Zukunft für die europäische Region Saar-Lor-Lux“ informiert wurde. Es war zugleich das Thema, das auch vom ZDF aufgegriffen und begleitet wurde. Dazu gehörte ein Besuch der „Dillinger Hütte“, dem traditionsreichen Stahlwerk in Dillingen, in dem jetzt die erste große Anlage zur Produktion von „grünem Stahl“ auf der Basis von Wasserstoff aufgebaut wird, die 2029 betriebsbereit sein soll. Träger ist das deutsch-französische Projekt „mosaHYc“, das mit Partnern eine 100 km lange grenzüberschreitende Infrastruktur für ein Verteilernetz entwickelt. In einer anschließenden Podiumsdiskussion am Tagungsort in Saarbrücken wurde kontrovers über Bedingungen und Hindernisse bei der Umsetzung dieses ambiösen Projekt diskutiert.

2. Städtepartnerschaften waren ein zweites Thema, bei dem es darum ging, von reinen Jubiläumsreden, die wir aus der Vergangenheit kennen, zu Formen aktiver kommunaler Diplomatie zu finden. Da bei ging es um Formen der Weiterentwicklung bestehender Partnerschaften, um sie auch weiterhin oder wieder mit Leben zu füllen. Dies war insbesondere verknüpft mit Ideen für Projekte zur Demokratieförderung, die angesichts aktueller nationalistischer Tendenzen in beiden Ländern von großer Dringlichkeit sind. Dazu gehört auch die Frage, wie die dafür notwendige finanzielle Unterstützung organisiert werden kann. Finanzfragen waren im übrigen sodann Gegenstand einer Arbeitsgruppe „Praxistipps – Ohne Moos nix los“, in der es um Informationen über Antragstellung und Ausschreibung von Projekten ging.

3. Auch über die „digitale Souveränität Europas“ wurde ausgiebig diskutiert. Es wurden Schwachstellen bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz in Europa ausgeleuchtet und die Gefahren thematisiert, die entstehen, wenn Fehlentwicklungen nicht nur unbeabsichtigt auftreten, sondern von gezielt handelnden Akteuren herbeigeführt werden. Neben diesen technischen Aspekten ging es auch um politische, also etwa die Notwendigkeit eines echten gemeinsamen Kapitalmarkts in Europa, der die Finanzierung von Investitionen ermöglichen soll und einer europäischen Technologiepolitik.. Darüberhinaus wurde auch die Frage der Medienkompetenz der Menschen angesprochen, die ja zugleich Nutzer und Konsumenten der neuen Kommunikationstechnolgien sind. Und auch hier gab es eine Abeitsgruppe „Praxistipps – KI in unserem Vereinsleben.“

4. Und natürlich ging es auch um „Sprachen“, die „Wege öffnen“, und „Bildungsstrategien für die Zukunft“. So wurden die Herausforderungen in verschiedenen Formaten diskutiert, in denen vor allem persönliche Begegnungen stattfinden können: Also in Schulen, im Jugendaustausch, in der Berufsbildung, an den Hochschulen und in der Zivilgesellschaft allgemein. Denn Anreize zum Erlernen der Sprache des anderen ergeben sich, so lautete ein Fazit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, aus persönlichen Begegungen und auch aus Vorbildern, die daraus erwachsen.

5. Eine weitere Debatte war der „wehrhaften Demokratie“ gewidmet und der Rolle, die „Kultur und Medien als Brückenbauer“ spielen können. In einer von der ZDF-Journalistin Susanne Freitag-Carteron geleiteten Diskussionsrunde ging es um die Frage, auf welche Weise Journalisten und auch Künstler, Kuturschaffende insgesamt dazu beitragen können, dass demokratische Werte in der Gesellschaft verteidigt werden. Dabei ging es wiederum um die Medienkompetenz, vor allem im Hinblick auf die junge Generation, deren Medienverhalten sich nun einmal von dem älterer Menschen unterscheidet.

6. Um die Rolle der Medien ging es natürlich gleichermaßen beim Besuch des Funkhauses des Saarländsichen Rundfunks (SR) auf dem Hallberg, den Michael Thieser organisiert hatte, Geschäftsführer des Deutsch-Französichen Journalistenpreises e.V. und Mitglied im Vorstand der DFG Saar. Dort konnten wir hinter die Kulissen der Radio- und Fensehprodutkion schauen und auch Informationen über die besondere Rolle des SR in der Berichterstattung aus dem deutsch-französischen Grenzgebiet erhalten.

7. Schließlich trugen auch jüngere und ältere Teilnehmende aus dem Deutsch-Französischen Jugendausschuss, die unmittelbar vor dem Kongress ihr traditionelles Intergenerationelles Forum organisert hatten, mit einem Atelier zum Thema „Grenzenlos – Gemeinsam Europa gestalten“ bei. Dabei wurden verschiedene Projektideen diskutiert, die vom Austausch von Jugendfeuerwehren über Begegnungen zum Zivilschutz zu Diskussionen über die Convention Citoyenne Européenne des droits des Femmes reichte.

Ausserdem gab es noch Diskussionen über neue Formate für die Verantaltungsplanung, die Gestaltung von Austauschen mit Hilfe von Spielen und den Zugang zur „Verständigung durch Musik – Chant(s) de rencontre“, für den Violaine Barthélemy von der Chorale Franco-Allemande de Paris sorgte, die dem Verband der Deutsch-Französischen Chöre angehört mit organisatorischer Unterstützung durch Prof. Dr. Elisabeth Arend vom Verband Deutsch-Französischer Chöre auf deutscher Seite. Spontan hatten sich hier Teilnehmerinnen und Teilnemer zusammengefunden, die dann beim festlichen Gala-Abend am Samstag bereits eine Probe ihrer Gesangskunst abgeben konnten.

Wie in jedem Jahr hat auch dieser Jahreskongress wieder eine Vielfalt von Gelegenheiten geboten, miteinander ins Gespräch zu kommen und interessante Themen zhu diskutieren, die für unsere ehrenamtliche Arbeit im Deutsch-Französischen von Bedeutung sind. DP

Der 70. VDFG/FAFA-Kongress konnte dank der Unterstützung des Auswärtigen Amtes, des Deutsch-Französischen Bürgerfonds und der Staatskanzlei des Saarlandes stattfinden.