Wie üblich trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der VDFG-Mitgliedgesellschaften am Vormittag des 16. Oktober 2026, also unmittelbar vor Eröffnung des Jahreskongresses, im Historischen Festsaal des Rathauses St. Johann in Saarbrücken zu ihrer Jahreshauptversammlung 2026. Im Hybrid-Format konnten sich DFG-Vertretende, die nicht in Saarbrücken anwesend sein konnten, per Video zuschalten. Wichtigstes Ergebnis war der einstimmig gefasste Beschluss, die Satzung der VDFG für Europa zu ändern. Wahlen standen bei dieser Jahreshauptversammlung nicht an.
Anlass für die Satzungsänderung waren zwei Ereignisse: Um einer ähnlichen Situation wie im Oktober 2025 – in der dortigen Mitgliederversammlung wurde das Quorum zur Beschlussfähigkeit nicht erreicht – vorzubeugen, ist das Quorum für die Beschlussfähigkeit nun von 25% der Mitgliedsverbände auf 10% durch einstimmigen Beschluss der Versammlung gesenkt worden.
Außerdem hatten einzelne DFGen angeregt –und auch bereits damit begonnen– ein starkes Signal für unsere Anliegen der Vielfalt und Völkerverständigung zu setzen und deutlich zu machen, dass nationalistisch und anti-demokratisch eingestellte Personen in einer DFG unerwünscht sind. VDFG-Präsident Jochen Hake machte dies in seiner Begrüssungsansprache zum Jahreskongress danach noch einmal klar: Die jüngsten regionalen Wahlergebnisse in Deutschland hätten aufgerüttelt und auch angesichts der im kommenden Jahr in Frankreich anhängigen Wahlen sei eine funktionierende demokratische Zivilgesellschaft nötiger denn je. Deshalb wurde die Präambel unserer Satzung sodann u.a. um folgende Sätze ergänzt: ...“Die VDFG steht für ein offenes, vielfältiges und demokratisches Miteinander in Europa. Sie setzt sich für ein vereintes Europa mit den Werten der Völkerverständigung, des Friedens und des Austauschs zwischen Menschen — unabhängig von Herkunft, Alter, Religion oder Geschlecht– ein. Die VDG steht für Freiheit, Vielfalt und Respekt gegenüber anderen Kulturen. Dabei bildet die deutsch-französische Freundschaft den Ausgangspunkt ihres Engagements für Europa. Die VDFG lehnt antidemokratische, extremistische und antieuropäische Positionen nachdrücklich ab.“
Auch wenn die Präambel aus rein juristischer Sicht nicht Teil der Satzung ist, hielt der Vorstand diese Klarstellung für nötig, um es unseren Mitgliedsverbänden zu erleichtern, gegen unsere Prinzipien gerichtete Einflußnahme zu verhindern. Jochen Hake betonte: „Die Zeiten haben sich geändert, und wir haben Grund zur Sorge in Bezug auf unsere Demokratie.“ Aussedem sieht die Satzung nun die Funktion eines stellvertretenden Schatzmeisters im Vorstand vor. Angesprochen wurde auch das Thema „europäisches Vereinsrecht“. Der Vorstand wurde aufgerufen, bei wichtigen Stellen in der Politik vorstellig zu werden, die Schaffung eines europäischen Vereinsrechts voranzutreiben. Aktuell sei keine Besserung der Lage in Sicht.
Zu Beginn hatte Präsident Jochen Hake festgestellt, dass die Beschlussfähigkeit deutlich erreicht sei. Seit der Mitgliederversammlung in Nantes im vergangenen Oktober hat der Vorstand deutlich mehr Mitgliedsvereine in die VDFG aufnehmen können als in den vorangegangen Vereinsjahren . Jochen Hake begrüßte sowohl sowohl den neuen Kulturattaché an der französischen Botschaft in Berlin, Sylvain Micard als auch den Vorsitzenden des Kuratoriums, Oliver Nass. Er würdigte die von Julia Müller geleistete Arbeit als Transformationsbeauftragte der VDFG, die sie, gefördert vom Auswärtigen Amt, 19 Monate lang in enger Koperation mit dem Vorstand ausüben konnte. Sie kehrte inzwischen wieder als Jugendvertreterin in den Vorstand zurück. Außerdem äußerte er den Wunsch, dass sich neben den Regionalgruppen NRW und Nord auch im Süden eine Regionalgruppe der DFGen bilden möge. Schließlich verwies er darauf, dass angedacht sei, im kommenden Jahr den 70. Geburtstag der VDFG in Wetzlar in einer Feierstunde zu würdigen. Einzelheiten dazu werden mit der Kuratoriumsspitze unter Vorsitz von Dr. Olver Nass erörtert werden.
Die Mitgliederversammlung billigte alle vorliegenden Berichte (des Präsidenten, der Sprachreferentin, des Jugendvertreters, des Schatzmeisters und der Rechnungsprüfer), genehmigte die Jahresrechnung und entlastete den Vorstand einstimmig. Die Rechnungsprüfer Günter Täckelburg und Patrick Schellhorn wurden per Akklamation ohne Gegenstimmen bestätigt. Zum Abschluss plädierte Ehrenpräsidentin Dr. Margarete Mehdorn dafür, dass mehr Europa-Flagen gezeigt werden sollten. Jochen Hake informierte kurz aus dem Bürgerfonds-Beirat und über die jetzt definitive Entscheidung, dass der Bürgerfonds in das DFJW integriert wird. Und er rief die DFGen dazu auf, über eventuelles Hacking ihrer Webseiten zu informieren. DP