Regionalkonferenz NRW in Bocholt

Nach zwei Jahren Covid-Pause haben sich die DFGen in NRW wieder zu einer Regionalkonferenz treffen können. Diesmal hatte die DFG der Europastadt Bocholt zum 21. Mai eingeladen und mit der Gelegenheit verbunden, das 800jährige Bestehen der Stadt an der niederländischen Grenze zu begehen. Schwerpunktthema war die Digitalisierung im Rahmen der Städtepartnerschafts- und der Vereinsarbeit. Außerdem berichtete die Präsidentin der VDFG, Dr. Margarete Mehdorn, über die Aktivitäten des Deutsch-Französischen Bürgerfonds, der nun seit 2 Jahren besteht und dessen Regionalbeauftragte sie für Norddeutschland ist. Sie referierte in Vertretung der neuen Regionalen Beauftragten für Nordrhein-Westfalen, Solène Guilin, die durch einen anderweitigen Termin verhindert war.

Zu Beginn berichtete Frankreichs Generalkonsulin in Düsseldorf, Dr. Olivia Berkeley-Christmann, über die abgeschlossene Konferenz zur Zukunft Europas, deren Ergebnisse am Europatag, dem 9. Mai, im Europäischen Parlament mit einer Rede von Präsident Emmanuel Macron vorgestellt worden waren. Auch darin spielt das Thema Digitallisierung eine wichtige Rolle. Man wird in den kommenden Beschlüssen zur Umsetzung der Konferenzergebnisse sehen, welchen Niederschlag dieses Thema finden wird. Die Generalkosulin sprach auch über die vielfältigen Aspekte ihrer Arbeit, in der sie nicht nur das allgemeine politische Leben in ihrem Zuständigkeitsberich verfolgt, sondern sich insbesondere um Fragen der Bildung, der Sprachausbildung und der Kultur zu kümmern hat. Frau Dr. Berkeley-Christmann nutzte die Tagung auch, um sich zu verabschieden. Sie wird Ende August wieder nach Paris zurückgehen.

Über seine Arbeit berichtete auch Dr. Dominik Fanatico, der Leiter des „Büro II“ in der NRW-Staatskanzlei, das die Arbeiten des „Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrags über deutsch-französische Zusammenarbeit“ (in „Kurz“form: Kulturbevollmächtigten) koordiniert; diese Funktion wird derzeit vom Ministerpräsidenten von NRW, Hendrik Wüst, ausgeübt und wechselt alle 4 Jahre. Hier ging und geht es vor allem um die Themen Sprachunterricht, Mobilität (Austausche), Kultur und Medien. (https://vdfg.de/wp-content/uploads/2022/05/Präsentation-Dominik-Fanatico_Bocholt.pdf)

Besonders aufschlußreich waren auch die Einsichten in die praktische Anwendung digitaler Kommunikation, die Beate Brockmann von der „Netzwerkstelle Städtepartnerschaften NRW“ in Dortmund (zur Präsentation) sowie Luise Böttcher vom Deutsch-Französischen Jugendausschuß vermittelten. Die Nutzung „neuer“ digitaler Medien eröffnet vielfältige Möglichkeiten, Partnerschaften trotz großer Distanzen zu entwickeln, aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln, bzw. mehr als bisher die „jungen Leute“ zu erreichen, deren Kommunikationsverhalten sich zunehmend aufs Digitale verlagert hat.

Margarete Mehdorn konnte vom vollen Erfolg des Bürgerfonds berichten, der in den zwei Jahren seiner Existenz trotz Corona-Pandemie seinen Etat von 2,4 Millionen € pro Jahr voll ausschöpfen und 701 Kooperationsprojekte bewilligen konnte. Sie ermunterte die Teilnehmer dazu, sich in ihren DFGen weiterhin um Projekte zu bemühen, die auch neue Zielgruppen ansprechen. Die Chancen auf Zuschüsse vom Bürgerfonds sind sehr gut, wenn der Antrag aussagekräftig formuliert ist; Regionalbeauftragte sind dabei behilflich, den richtigen Weg einzuschlagen. (Zur Präsentation)

Im abschließenden Vortrag erinnerte Florian Staudt aus dem Redner-Pool der EU-Kommission an die vielfältigen Anstöße aus Frankreich für die weitere Integration Europas. Dabei ging er insbesondere auf die jüngste Rede von Präsident Macron in Straßburg am 9. Mai ein, in der er wieder einmal den Blick weit in die Zukunft schweifen ließ, ausgehend freilich von den ganz aktuellen Befunden der Konferenz zur Zukunft Europas und der bedrückenden Wirklichkeit des Krieges in der Ukraine, die sich zu Europa und den europäischen Werten bekennt. DP