Regionaltagung NRW in Duisburg

Die DFGen in NRW trafen sich zu ihrer traditionellen Regionaltagung in diesem Jahr in Duisburg. Am Samstag, 25. April, kamen etwa 40 Vertreterinnen und Vertreter unserer Vereine im Kultur- und Stadthistorischen Museum in Duisburg zusammen, um sich dem Thema „Demokratie leben“ zu widmen, einem Thema, das uns alle in zunehmendem Maße beschäftigt und Schwerpunktthema des Deutsch-Französischen Bürgerfonds ist.

Die Präsidentin der DFG Duisburg, Waltraud Schleser, eröffnete die Tagung mit dem Aufruf, wir müssten deutlich positive Zeichen setzen, sonst drohe verloren zu gehen, „was wir über Jahre aufgebaut haben.“ Sie bezog sich dabei auf die Art und Weise, wie heute über das Thema Migration geredet wird. In ihrem Grußwort mahnte auch die Bürgermeisterin der Stadt Duisburg, Edeltraud Klabuhn, davor, dass die nationalistischen Stimmen im Land immer lauter würden und „wir uns dieser Entwicklung entgegenstellen müssen.“ Diese sei sowohl in Deutschland, wie in Frankreich, besorgniserregend. VDFG-Präsident Jochen Hake dankte dem Duisburger Team für die Ausrichtung dieser Regionalkonferenz und erinnerte daran, dass die überaus enge Verschränkung der Gesellschaften in Deutschland und Frankreich, die sich in der Vielzahl von Partnerschaften ausdrücke, den„Kitt für das Projekt Europa“ bilde. Dieses sei angesichts der politischen „Großwetterlage“ wichtiger denn je.

In seinem Bericht über die Lage der VDFG informierte Jochen Hake die DFGen über die Ergebnisse der Mitgliederversammlung am 17. Oktober 2025 in Nantes, bei der der Vorstand für eine dreijährige Amtszeit gewählt wurde – die Wahl musste indessen wegen eines formalen Einwands des Amtsgericht Mainz wiederholt werden, was am 9. März 2026 online geschah. Hake berichtete auch über die Strategiekonferenz, zu der der Bundesvorstand sich am 21. Februar in Dortmund traf. Dabei wurde noch einmal bekräftigt, wie wichtig und vielfältig die Kommunikation unseres Verbandes und unserer Vereine sei, damit wir wahrgenommen werden. Dabei soll es in erster Linie immer um Themen gehen, die eine direkte Betroffenheit der DFGen aufweisen, weniger um Themen allgemeinpolitischer Natur. In Berlin habe die VDFG solide Kontakte in für unsere Themen zuständige Kreise der neuen Bundesregierung und des neuen Bundestags knüpfen können, bei gleichbleibend enger Verbindung zur französischen Botschaft.

Die Regionalkonferenzen NRW können jetzt auf eine kleine Tradition zurückblicken, im Norden hat im vorgien Jahr zum zweiten Mal ein solches Treffen stattgefunden. Derzeit versucht die VDFG, auch die DFGen im Süden vom Nutzen einer solchen Regionaltagung zu überzeugen. Und natürlich wünschen wir uns auch, dass so etwas im Osten organisert werden kann. Nach dem Vorbild der ersten in Bremen im vorigen Jahr veranstalteten „Zukunftsmesse“, die die Vereinigung der Französischlehrerinnen und -lehrer“ (VdF) gemeinsam mit dem „Club d’Affaires Franco-Allemands“ (CAFA) und der VDFG als Kooperationspartnerin organisert hatte, wird im September nun eine solche Zukunftsmesse in Wuppertal angeboten. Hake wies auch auf die Verleihung des 20. Prix Rovan am 13. Juni in der französsichen Botschaft in Berlin hin, mit dem Initiativen zumThema „Städtepartnerschaften“ ausgezeichnet werden. Anfang Juli werden auch Programm und Anmeldungsformular zum 70. Jahreskongress VDFG/FAFA am 16.-18.10 in Saarbrücken auf unserer Website veröffentlicht.

In seinem Impulsvortrag äußerte Benjamin Kurc, der Leiter des Deutsch-Französischen Bürgerfonds, seine Sorgen angesichts des „besorgniserregenden Trends in Deutschland und Frankreich“. Es sei wichtig, wie Demokratie in unseren Ländern erlebt werde. Dabei hätten die DFGen immer eine wichtige Rolle gespielt. Sie seien das Sprachrohr für deutsch-französische Themen auf allen Ebenen und böten mit konkreten Projekten Raum für Dialog zwischen unseren Gesellschaften. Die größte Herausforderung bestehe darin, Menschen zu erreichen, die sich bisher noch nicht engagiert haben. Dafür biete der Bürgerfonds seine Unterstützung an.

Die versammelten DFGen nahmen auch die Initiativen der DFG Paderborn und der DFG Duisburg zur Kenntnis, die sich mit der Behandlung möglicher anti-demokratischer Einflußnahme auf ihre Arbeit beschäftigen. Paderborn hat einen Beschluss gefaßt, der die DFG auf ein Engagement für „eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft“ verpflichtet. Mit diesem Beschluss, der eine Selbstverständlichkeit für DFGen ausdrückt, will die DFG Paderborn ein deutliches Zeichen setzen. In Duisburg ist der Vorsitz des Kulturausschusses im Rat der Stadt an die AfD gegangen. Die DFG Duisburg hat in diesem Zusammenhang ihre Satzung geändert, um Ausschlusskriterien für eine Mitgliedschaft rechtssicher zu definieren. Für die VDFG erklärte Jochen Hake, dass der Bundesverband selbst keine einheitliche Positionierung vorschlagen könne, da die jeweiligen Erwartungen und Bedingungen in den DFGen unterschiedich seien. Die VDFG könne sich auch nicht selbst positionieren, denn ihre Mitglieder seien die DFGen, also ausschließlich juristische Personen und nicht Einzelpersonen. Aber natürlich unterstütze die VDFG diese Initiativen.

Im anschließenden Austausch der Ideen zur Frage „Lust auf Demokratie?“ haben die Teilnehmer dann eine Fülle von Vorschlägen notiert, die sie aus ihren jeweiligen DFGen mitgebracht und geteilt haben. Dabei ging es z.B. um neue Formate des Engagements, Planspiele, Kontakte zu Bildungseinrichtungen, um die bessere Vernetzung der DFGen und die Nutzung bestehender Formate, sowie um Themen jenseits des Themas „Demokratie leben“, also kulturelle oder ökonomische Themen.

Die Zusammenkunft war, wie jedes Jahr, eine gute Gelegenheit für persönliches Kennenernen und direkten Austausch über das Engagement, dem wir alle uns verpflichtet fühlen: der Förderung des Verständnisses untereinander und für das gesellschaftliche Leben im Partnerland. Dazu trug auch bei, dass ein Vertreter aus der Region Hauts-de-France, sowie die Vorsitzende der „Conseillers des Francais à l’Étranger“ im 2. konsularischen Wahlbezirk Deutschland (West), Saliha Ouammar, anwesend waren und sich an den Diskussionen beteiligt haben. DP

Bild: vorn, vlnr: W. Schleser, E. Klabuhn, B. Gödde-Baumanns, C. Kleinert; hinten, vlnr. D. Puhl, B. Kurc, J. Hake; Foto: privat.