63 Orte der Geschichte

Dass die deutsch-französische Geschichte der letzten 200 Jahre turbulent war, muss Engagierten in den DFGen nicht eigens gesagt werden. Aber wann und wo haben sich diese Turbulenzen manifestiert, wenn man mal von den Kriegen absieht, die Deutsche und Franzosen gegeneinder geführt haben? Und was waren die Hintergründe? In einer Zeit, in der die Verbreitung von Desinformation rasant fortschreitet und sich, unter anderem, mit Revisionismus verquickt, könnte ein Buch Orientierung geben, das vor kurzem in der französischen Botschaft in Berlin vorgestellt wurde: „63 Orte deutsch-französischer Geschichte“ lautet der Titel, in dem 63 Geschichten erzählt werden über Orte, die auf die eine oder andere Weise für das Verhältnis unserer beiden Ländern von Bedeutung waren.

Unsere Ehrenpräsidentin, Dr. Margarete Mehdorn, und Vorstandsmitglied Dieter Hackmann konnten der Vorstellung des Buches beiwohnen, das die Historikerin Corinne Defrance (Centre National de la Recherche Scientifique – CNRS, Paris) und der Experte für Deutschlandstudien Ulrich Pfeil (Université de Lorraine, Metz), sowie Tobias Bütow (DFJW) herausgegeben haben. Moderiert von der Journalistin Hélène Kohl, die wir bei unserem Jahreskongress 2025 in Nantes begrüßen konnten, besprachen ihre Kollegen Pascale Hugues und Ulrich Wickert die vielen Geschichten, die die Vergangenheit in kurzen Texten auf konkrete, verständliche, und auch unterhaltsame Art erleuchten.

63 Orte wurden ausgewählt – in Anlehnung an das Jahr 1963, als der Elysee-Vertrag geschlossen wurde. Darunter sinnd nicht nur Paris und Berlin, sondern auch Metz und Gravelotte, Versailles und Vichy, der Vercors und Oradour-sur-Glane, oder auch Sigmaringen und Freudenstadt, Mainz und die Loreley, Fessenheim und Toulouse, Togo/Benin. Es geht um Schlachten und Kolonien, Kollaboration und Widerstand, Demütigung und Versöhnunng oder auch Technologie und Romantik.

Und das Buch ergänzt eine digitale Karte dieser Orte, die das DFJW/OFAJ auf einer Online-Plattform und App „Cartorik“ zweisprachig anbietet, mit der Jugendbegegnungen und Austauschprogramme vorbereiten und begleiten lassen. Die wissenschaftlliche Koordination dieser Plattform lag bei Corinne Defrance und Ulrich Pfeil, neben dem deutschen Geschäftsführer des DFJW, Tobias Bütow, Herausgeber des Buches. Zur App gelangen Sie übrigens über diesen Link: https://www.cartorik.ofaj.org/onboarding DP

Bild vlnr: Dieter Hackmann, Ulrich Wickert, Margarete Mehdorn, Ulfrich Pfeil, Tobis Bütow, Corinne Defrance, Pascale Hugues.