Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa e.V.
Die Plattform für das bürgerschaftliche Franco-Allemand in Deutschland

www.vdfg.de

Aktuelles Archiv, Allgemeines Archiv

Welche Grenzen bleiben auf?

22. Februar 2021 Aktuelles Archiv, Allgemeines Archiv 0 Kommentare

Im deutsch-französischen Grenzgebiet steigt die Nervosität. Sowohl in Deutschland wie in Frankreich sind die Zahlen der Neuinfektionen mit dem Corona Virus seit den drastischen Einschränkungen ab Mitte Dezember zwar gesunken. Aber die neuen, ansteckenderen Mutanten des Virus breiten sich schnell aus, so daß der erfreuliche Abwärtstrend zunächst gestoppt ist. Und der schleppende Beginn der Impfungen hat das Licht der Hoffnung, das um die Jahreswende sichtbar schien, wieder gedämpft. Schon hat die Bundesregierung die Grenzen zu Tschechien und zum österreichischen Bundesland Tirol wieder geschlossen bzw. Einreisen nur in begrenztem Umfang erlaubt. Und nun wächst im Grenzland zu Frankreich die Furcht, daß es, wie im Frühjahr 2020, auch hier wieder zu Grenzschließungen kommen könnte.

Dagegen haben sich freilich bisher alle Verantwortlichen auf deutscher, wie auf französischer Seite ausgesprochen, auch wenn der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann dies nicht völlig ausgeschlossen hat. In jedem Fall aber geloben alle Beteiligten, sich diesmal, anders als 2020, abzusprechen. Auch von französischer Seite wird betont, daß Paris in ständigem Austausch mit den Landesregierungen in Saarbrücken, Mainz und Stuttgart sei.

Paris fordert seit dem 31. Januar von jeder einreisenden Person ab 11 Jahren einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein darf und empfiehlt, nach Ankunft in Frankreich für 7 Tage in Quarantäne zu gehen und dann einen zweiten PCRF-Test zu machen. Allerdings sind diesmal Pendler, Geschäftsreisende, Transporteure von Waren sowie Personen ausgenommen, die in einem Umkreis von 30 km wohnen und sich nicht länger als 24 Stunden im Ausland, also etwa in Deutschland, aufhalten. Außerdem ist zu beachten, daß immer noch eine nächtliche Ausgangssperre gilt, die ab 18 Uhr nur mit einer offiziellen Ausgangsbescheinigung umgangen werden darf.

Berlin verlangt von Einreisenden aus Frankreich noch keinen Test, da unser Nachbar nicht als “Hochinzidenzgebiet” (über 200 Inzidenzen pro 100.000 Einwohner), noch als “Virusmutationsgebiet” eingestuft ist, wie etwa Portugal oder Großbritannien. Aber eine solche Klassifizierung ist natürlich nicht ausgeschlossen, wenn die Inzidenzen wieder ansteigen. Dies ist vor allem im Département Moselle (Metz) der Fall, wo die Infizierungen mit neuen Mutanten besonders ausgeprägt ist. Bisher versucht Paris aber, dies noch mit eigenen Mitteln in den Griff zu bekommen. Um ein komplettes “reconfinement” zu vermeiden, wie Premierminister Jean Castex verkündete, wird zunächst noch schärfer auf die Einhaltung der geltenden Einschränkungen geachtet.

In beiden Ländern freilich verursachen die neuen Mutanten erhebliche Unruhe und einige Experten gehen bereits von einer dritten Infektionswelle aus, noch bevor die zweite wirklich zum Erliegen gekommen ist. Und beim schleppenden Beginn der Impfungen bleibt das Prinzip Hoffnung auf eine möglichst schnelle Ausweitung der Produktion sowie die Zulassung weiterer Impfstoffe, die in den kommenden Wochen bevorsteht. Bis zum Ende des Sommers, darin sind sich Angela Merkel und Emmanuel Macron einig, sollen alle Impfwilligen geimpft sein können. Aber bis dahin kann noch viel passieren – im guten wie im schlechten Sinne.

Derweil etabliert sich der Deutsch-Französische Bürgerfonds mit seinen Aktivitäten in der Grenzregion und verweist auf positive Beispiele der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auch in der Corona-Krise. https://www.buergerfonds.eu/aktuelles/presse-februar-engagement-der-grenzregion. DP


0 Kommentare


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.