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Was wird aus Weihnachten? Noël Covid – quelles règles pour les fêtes?

29. November 2020 Aktuelles 0 Kommentare
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Im Umgang mit der Corona-Krise bleiben Berlin und Paris auf unterschiedlichen Pfaden. Seit Samstag, 28. November, sind die strengen Einschränkungen des “reconfinement” in Frankreich, das am 30. Oktober wieder eingeführt wurde, etwas gelockert worden. Dagegen beschlossen die deutsche Bundeskanzlerin und die Landesregierungen, die seit 2. November geltenden Einschränkungen in Deutschland zu verschärfen und bis zum 20. Dezember zu verlängern. Beide Regierungen wollen weiterhin die Entwicklungen in zweiwöchigem Rhythmus bewerten und daraus ihre weiteren Entscheidungen ableiten.

Bisher kann Frankreich feststellen, daß sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen nach dem exponentiellen Anstieg seit Oktober auf zum Teil über 40.000 wieder deutlich verringert hat. Das am 30. Oktober beschlossene “reconfinement” hat also gewirkt, auch wenn die Zahl immer noch weit höher ist als in der Spitze des Frühjahrs. In Deutschland ist der ebenfalls seit Oktober exponentielle Anstieg der Zahl täglicher Neuinfektionen auf über 20.000 gestoppt, aber noch keine nenneswerte Verringerung festzustellen.

In einer Fernsehansprache am 24. November hat Präsident Emmanuel Macron nun einen Drei-Stufen-Plan vorgestellt. Demnach gilt die erste Auflockerung des “confinement” ab 28. November und erlaubt vor allem die Wiedereröffnung der Geschäfte mit strikten Hygieneregeln und die Erweiterung der Bewegungsfreiheit. Die Franzosen können sich jetzt bis zu drei Stunden in einem Umkreis von 20 km ihres Wohnorts bewegen und auch im Freien individuell sportlich betätigen. Dennoch benötigen sie dafür weiterhin eine schriftliche Bescheinigung, die sie sich auf ihrem Computer herunterladen können. Denn grundsätzlich gilt weiterhin das Gebot, zu Hause zu bleiben. Lediglich das Spektrum der zugelassenen Ausnahmen wurde erweitert.

Weitere Erleichterungen sind für den 15. Dezember vorgesehen, allerdings unter der Voraussetzung, daß bis dahin die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf unter 5.000 sinkt. Dann könnte die Beschränkung der Bewegungsfreiheit ganz fallen und Reisen im gesamten Land wären wieder möglich, rechtzeitig zum Familienbesuch zur Weihnachtszeit. Dann könnten auch Theater, Kinos und Museen wieder öffnen. Allerdings bliebe die Sperrstunde ab 21 Uhr in Kraft, wenn auch mit einer gewissen Toleranz, die es erlaubt, Vorstellungen zu besuchen, die um 21 Uhr enden. Bars, Restaurants, Diskotheken etc. blieben aber weiterhin geschlossen. Diese könnten erst ab 20. Januar öffnen, “wenn die Zahlen weiter nach unten gehen.”

In einer Pressekonferenz am 26. November hat Premierminister Jean Castex präzisiert. Die Wiedereröffnung der Geschäfte setzt voraus, daß die Zahl der Kunden auf je eine/n pro 8 m2 beschränkt wird. Auch Gotteshäuser können wieder öffnen, allerdings nur für höchstens 30 Personen – eine Entscheidung, die vom Staatsrat, dem höchsten Verwaltungsgericht Frankreichs, inzwischen wieder als unverhältnismäßig kassiert wurde. Drei Tage hat die Regierung Zeit, diese Maßnahme zu ändern. Eine Öffnung der Skistationen zur Weihnachtszeit hat Castex ausgeschlossen, das lasse die Infektionslage nicht zu. Allerdings werde es möglich sein, diese Ort aufzusuchen, “um die saubere Luft unserer schönen Berge zu genießen” ; die Liftanlagen bleiben geschlossen.

Außerdem hat der Regierungschef weitere Maßnahmen zur Unterstützung von Studenten und Berufsanfängern, aber auch von prekär Beschäftigten und Unternehmen verkündet, die besonders unter der Pandemie zu leiden haben.

In Berlin haben sich Kanzlerin und Länderchefs am 25. November nach vielstündigen Beratungen darauf geeinigt, die Dauer der am 28. Oktober getroffenen Maßnahmen bis zum 20. Dezember zu verlängern. Zusätzliche Regelungen zur Kontaktbeschränkung sollen ab 1. Dezember greifen, so etwa eine weitere Einschränkung persönlicher Kontakte auch im privaten Raum und eine erweiterte Tragepflicht für Alltgsmasken auch vor Geschäften und auf Parkplätzen. Für die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel sind vom 23. Dezember 1. Januar Ausnahmen vorgesehen. Ziel bleibt es, die Zahl der Neuinfektionen auf unter 50 pro 100.000 Einwohner zu drücken. Derzeit liegen nur noch sehr wenige Kreise, vor allem im Norden, unter dieser Marke, aber 62 Kreise und der Stadtstaat Berlin liegen im Durchschnitt über 200.

Auch die Kanzlerin hat weitere Überbrückungshilfen für besonders betroffene Betriebe angekündigt. Der “Novemberhilfe”, die jetzt endlich beantragt werden kann, wird also eine “Dezemberhilfe” folgen.

Alle warten nun dringend auf Impfstoffe, von dem sich derzeit drei in der Genehmigungsphase befinden. Mit Entscheidungen der zuständigen Behörden in der EU und den USA ist noch im Dezember zu rechnen. Dann könnte auch noch vor Jahresende mit Impfungen begonnen werden. Über die Modalitäten sind aber weder aus Paris, noch aus Berlin schon genaue Informationen bekannt geworden. D.P.


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