Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa e.V.
Die Plattform für das bürgerschaftliche Franco-Allemand in Deutschland

Prix Rovan 2009

Ein Tag des Dialoges am Pariser Platz, Nr. 5
Von Stefan Endell

Wir sind Freunde, 
die Vergangenheit der Kriege liegt weit hinter uns, Deutschland und Frankreich blicken längst gemeinsam in die Zukunft. Mit diesen Worten eröffnete Bernard de Montferrand, der französische Botschafter in Deutschland, am Samstag den 21. November 2009 in der Botschaft am Brandenburger Tor den so genannten „Tag des Dialoges“ mit mehr als 50 Mitgliedern aus knapp 30 Deutsch-Französischen Gesellschaften. Einmal im Jahr lädt der Gesandte der französischen Republik Vorstände und Mitglieder der DFGen, deutsch-frz. Partnerschaftsvereine, Chöre und andere deutsch-französische zivilgesellschaftliche Institutionen an den Pariser Platz Hausnummer 5, um hier gute und beste Projekte mit dem renommierten „Prix Joseph Rovan de l’Ambassadeur de France aux DFG” auszuzeichnen.

Deutsche und Franzosen, so der Botschafter, hätten mit ihrer beispiellosen Aussöhnung in Europa und für Europa ein großes Werk geschaffen, das heutzutage für viele andere Nationen in der Welt als ein großes Vorbild dafür angesehen werde, dass aus vermeintlicher historischer Feindschaft eine wahrlich tragfähige Freundschaft werden könne. Botschafter de Montferrand erinnerte in seiner politischen Tour d‘horizon die Teilnehmer des Dialogtages an den historischen Moment des Mauerfalles, der für eine Stabilisierung des großen Kontinentes gesorgt habe. Das jüngste Zusammentreffen von Bundeskanzlerin Merkel mit dem französischen Staatspräsidenten unter dem Arc de Triomphe am 11. November, dem 91. Jahrestag des Waffenstillstandes von 1918, sei auf beiden Seiten von tiefen Gefühlen geprägt gewesen.

Der Botschafter räumte in seinem Vortrag auf mit dem gerne gesagten Satz, dass früher alles besser gewesen sei, auch im deutsch-französischen Verhältnis. Die Zahlen im kulturellen Leben der beiden Völker würden diese Aussage nicht tragen: Bücher, Filme, Musik, Tanz und Theater und Spracherwerb- auf allen Gebieten herrsche zwischen Deutschland und Frankreich ein überaus reger Austausch, der sich mit Blick auf die Vergangenheit durchaus sehen lassen könne.

Nach anregenden Gesprächen beim Mittag-Stehimbiss in der ersten Etage der Botschaft iam Brandenburger Tor kamen die deutschen Gäste in drei Gesprächskreisen zusammen, um ihre Projekte vorzustellen, mit denen die DFGen sich um den Prix Joseph Rovan de l’Ambassadeur de France aux DFG beworben hatten; zudem wurden zahlreiche beispielhafte Aktivitäten der Deutsch-Frz. Gesellschaften in Deutschland präsentiert und diskutiert. Dabei wurde immer wieder die wachsende und fundamentale Bedeutung der Online-Kommunikation für diese Arbeit deutlich.

Die Preisträger des Prix Rovan 2009: Foto von links: Benjamin Katte (DFG Magdeburg), Dr. Beate Gödde-Baumanns (DFG Duisburg), Ingolf Hoefer (DFG Wetzlar), Botschafter Bernard de Montferrand, Josiane Hoefer-Lézénès (DFG Wetzlar), Stefan Endell (DFG Duisburg), Mathilde Lemesle (DFG Magdeburg) und Norman Erdner. (Foto: Emilie Dequidt ; Attachée de presse, Ambassade de France)

Zum Abschluss der „Journée du dialogue“ überreichte Botschafter de Montferrand den auf drei Gesellschaften abgestuften Preis:  Den Hauptpreis erhielt die DFG Duisburg für ihre „außergewöhnlich aktive und kontinuierliche Arbeit“ rund um den Jahrestag des Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrages (“Elysee-Vertrag” vom 22. Januar 1963). So hatte die DFG Duisburg als erste in Deutschland vor 20 Jahren ein so genanntes „Diner amical“ zum Jahrestag des Elysée-Vertrages eingeführt, das später von anderen Gesellschaften in Deutschland übernommen wurde. Um dieses „Diner“ hatte die Duisburger DFG in den vergangenen Jahren ein ehrgeiziges und umfangreiches Kulturprogramm gelegt, das mit Autoren-Lesungen, Jazz- und Klassik-Musikprogrammen sowie Begegnungen mit Frankreich-Korrespondenten aus dem Bereich Fernsehen und Tageszeitung ein breites, interessiertes Publikum in der Stadt erreichte.

Die DFG Wetzlar wurde für ihr herausragendes Sartre-Projekt mit dem 2. Platz des Rovan-Preises ausgezeichnet. Und als Ermunterung und Unterstützung der Jugend erhielt die in Gründung befindliche DFG Magdeburg, die im Dezember 2009 von einer Gruppe junger Unternehmer und Studenten aus der Taufe gehoben wird, den 3. Platz dieses Preises.

Die Rede des Botschafters de Montferrand