Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa e.V.
Die Plattform für das bürgerschaftliche Franco-Allemand in Deutschland

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Preisträger

Die Vereinigung der Deutsch-Französischen Gesellschaften für Europa e.V. hat am 18. Januar 2018 an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Würdigung seiner Verdienste um die umsichtige wie zielstrebige Umsetzung der Verantwortung und der Vorreiterrolle Deutschlands und Frankreichs für den Aufbau eines demokratischen und solidarischen Europas den Elsie-Kühn-Leitz-Preis verliehen. Die Preisübergabe fand im Schloss Bellevue am Amtssitz des Bundespräsidenten in Berlin statt. Die Laudatio hielt Dr. Oliver Nass, Enkel der Stifterfamilie Kühn-Leitz. 

Bundespräsident Steinmeier dankte in seiner Erwiderung sehr herzlich für diese Auszeichnung, über die er sich sehr freue, der er aber mit „einiger Demut entgegen gesehen“ habe, nachdem er in die Liste der bisherigen Preisträger geblickt habe:  Hans-Dietrich Genscher, Valéry Giscard d’Estaing, Jacques Delors und Helmut Kohl. Bundespräsident Steinmeier: „Dass Sie mich in diese Kategorie einordnen, erfüllt mich mit Demut, auf der anderen Seite ehrt es mich sehr.“

Er habe neben der großen Verbundenheit zu Frankreich aber auch eine deutsch-deutsche Verbundenheit zu der Herkunft dieses Elsie-Kühn-Leitz-Preises und der Unternehmerfamilie Leitz aus Wetzlar:  Er habe im Wintersemester 1976 sein Studium in einer technokratisch verunglückten Neugründung namens „Stadt Lahn“ aufgenommen. Ein Konstrukt, das den Überlebenswillen der Städte Gießen und Wetzlar völlig unterschätzt habe. Mehr als 14 Jahre habe er in dieser schönen Region gelebt.

Frankreich habe er schon zu Studienzeiten sehr gut kennengelernt. Später sei die Pflege der deutsch-französischen Beziehungen immer stärker ins Zentrum seiner innenpolitischen wie außenpolitischen Bemühungen gerückt. Am Ende habe er es mit vier verschiedenen Außenministern Frankreichs zu tun gehabt. Mit Philippe Douste-Blazy, Bernard Kouchner, Laurent Fabius und Jean-Marc Ayrault.

Innerhalb und außerhalb von Europa, so sagte Steinmeier in seiner Dankesrede, habe es kein Land gegeben, in dem er so häufig zu politischen Besuchen, Gesprächen, und Treffen gewesen sei, wie Frankreich – und dies nicht nur zu Schönwetter-Zeiten zwischen Deutschland und Frankreich .

Deshalb – mit all diesen Erfahrungen im Kopf – so Steinmeier, sehe er diese Auszeichnung der VDFG nicht nur als Ehre, sondern auch als Ansporn auch in dieser neuen Funktion als Bundespräsident weiter engagiert und überzeugt für die Vertiefung der engen Partnerschaft mit Frankreich einzutreten.

Er freue sich, die VDFG mit ihren mehr als 20.000 Mitglieder da an seiner Seite zu wissen. Erst recht nachdem er auch die Resolution des 62. Jahreskongresses der VDFG-FAFA gelesen habe. Steinmeier: „Ich stimme ausdrücklich Ihrem Appell zu, dass wir diesen historischen Moment nach der Wahl in Frankreich für eine Neuausrichtung der Europäischen Union nicht verpassen dürfen. Es ist die einzige Chance zur Überwindung dieser europäischen Dauerkrise, unter der wir gemeinsam mindestens seit 2009 leiden.“

Aber ohne solides zivilgesellschaftliches Fundament wird Politik auch in Zukunft, erst Recht in Zukunft, keine nachhaltige Erfolge erzielen. Sie und Ihre Mitglieder leisten hier einen ganz unschätzbaren Beitrag. Sie füllen politische Erklärung und Beschlüsse erst mit Leben, Sie setzen sie im Alltag um, Sie machen das, was wir Politiker gerne „Versöhnungsarbeit“ nennen.“

 

Die Mitglieder der VDFG , so Steinmeier, seien auch bei der Gründung erster Städtepartnerschaften, beim Aufbau von Völkerverständigung, initiativ und wesentlich engagiert gewesen. Eine Erfolgsgeschichte, die in den 90er Jahren mit der Öffnung nach Osteuropa mit zahlreichen Neugründungen von Partnerschaften fortgesetzt worden sei. Die deutsch-französischen Städtepartnerschaften seien echte Keimzellen des gegenseitigen Kennenlernens und der Öffnung . . .


Preisträger Übersicht