Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa e.V.
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VDFG-Appell: “Solidarität und Toleranz und gegen Populismus in Europa”

18. Januar 2016 Aktuelles 1 Kommentar
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Knapp drei Wochen vor den mörderischen Terror-Anschlägen auf die Menschen in Paris haben das Kuratorium und der Vorstand der Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa (VDFG) in Berlin angesichts einer massiven Flüchtlingskrise den Entschluss gefasst, mit einem Appell an Toleranz und Solidarität und gegen Populismus in Europa an die Öffentlichkeit zu treten. Erst jetzt, nach den grauenhaften Ereignissen vom 13. November 2015 in Paris, ist der Appell verfasst, intern abgestimmt und kann jetzt veröffentlicht werden. Die VDFG zeigt Flagge. Jetzt, nach den grauenhaften Ereignissen vom 13. November 2015 in Paris, hat die Tragweite des Aufrufs leider noch an Bedeutung und Dramatik zugenommen:

Die gegenwärtige Flüchtlingskrise stellt Deutschland und Europa vor Herausforderungen von historischem Ausmaß. In Deutschland erleben wir gerade eine Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität und gleichzeitig eine steigende Zahl fremdenfeindlicher Attacken, eine Radikalisierung des politischen Diskurses, teilweise verstärkt durch die Kommunikation in den sozialen Medien, und eine zunehmende Rückbesinnung auf nationalstaatliche Denkmuster. Mit Sorge beobachten wir, dass auch im europäischen Ausland europafeindliche, rechts- oder linksradikale Parteien an Gewicht gewonnen haben.

Müssen wir hierzu Stellung beziehen? Ambitionen hegen, direkt in die Politik einzugreifen? Ganz sicher nicht. Wir sind keine politische Partei. Aber wir stehen für mehr als zwanzigtausend Bürger, Männer und Frauen aller Generationen, die sich für die deutsch-französischen Beziehungen und für ein gemeinsames Europa engagieren bei ganz unterschiedlichen Kulturveranstaltungen, Städtepartnerschaften, Sportveranstaltungen oder Schüler- und Jugendaustauschprogrammen.

Wir sind nicht immer einer Meinung. Unsere Mitglieder haben zu vielen Fragen unterschiedliche politische Auffassungen. Und doch sind wir getragen von gemeinsamen Werten, vom Respekt vor dem anderen, von Solidarität, vom Willen zum Frieden und einer vertieften Zusammenarbeit in Europa. Als die ersten deutsch-französischen Gesellschaften gegründet wurden, waren diese Werte zugleich eine höchst politische Aussage. Wir glauben, dass dies in der gegenwärtigen Situation erneut der Fall ist. Alle deutsch-französischen Gesellschaften sind daher aufgefordert, Farbe zu bekennen und die gesellschaftliche Debatte mitzuprägen und zwar in Bezug auf die konkreten Sorgen und Ängste der Mitbevölkerung im Ort der Deutsch-Französischen Gesellschaft.

Analog zur Initiative unseres französischen Partners FAFA, am Netzwerk „CitiPart“ (cities‘ partnership against extremism and populism) mitzuwirken, rufen Kuratorium und Vorstand der VDFG alle ihre Mitgliedsgesellschaften auf, sich des zunehmenden Populismus anzunehmen und die vielen positiven Erfahrungen aus der Arbeit in der deutsch-französischen Freundschaft aufzugreifen, um zu verstehen, welche Fragen und welche Lösungsansätze es bei uns, aber auch bei unseren Nachbarn gibt.

Bei der letzten Kuratoriumssitzung wurde dieser Aufruf beschlossen. Er geht einher mit dem Angebot des Kuratoriums und des Vorstands, auch persönlich und im Rahmen des Möglichen als Referenten oder Ratgeber den einzelnen Gesellschaften zur Verfügung zu stehen. Lassen Sie uns an diesem privilegierten Ort Europa, der unser aller Heimat ist, gemeinsam für unsere Werte einstehen!


Die Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa e.V. (VDFG), ist ein überparteilich und überkonfessionell arbeitender Verein, der in der „Fédération des Associations Franco-Allemandes pour l´Europe“ (FAFA) sein französisches Pendant hat, mit dem er seit seiner Gründung 1957 eine Einheit bildet. Zu seinen z. Zt. 160 Mitgliedern gehören Deutsch-Französische Gesellschaften, Partnerschaftsvereine, deutsch-französische Kommunalpartnerschaften, „Clubs d´Affaires“ und Deutsch-Französische Chöre. In den 160 Mitgliedsorganisationen sind insgesamt über 20.000 an Frankreich interessierte Bürgerinnen und Bürger vereint.

 

 

 


1 Kommentar

  1. Girardin schrieb am :

    Seit 1952 habe ich immer für eine Friedensgemeinschaft zwischen Deutschland und Frankreich als Dolmetscherin gewirkt. Leider muss ich jedoch bekennen, dass ich als Deutsche in Frankreich schwer bezahlen müssen. Meine Kinder sind nur in der deutschen Familie anerkannt aber überhaupt nicht von der nfranzösischen Seite angenommen worden, nein Kinder einer Deutschen???? sie wird einmal eine Spionin werden. usw. Leider habe ich immer auf ein EUROPA gehofft ohne verschiedene Nationalitäten, auch nicht die verschiedenen Länder in Deutschland. Ich fand es auch nicht notwendig den Kindern eine doppelte Nationalität zu geben. Im deutschen Konsulat war man ganz erstaunt im Jahre 1990, dass man von mir keine Unterlagen finden konnte, da ich meinen Pass von 1953 in diesem Jahr zum ersten Mal erneuern wollte. Meinen sie man könne heute mit den verschiedenen Sprachen … noch das EUROPA erhoffen???. Meine Kinder sind jetzt alle Erwachsen und ich bin meinem Tode eher nahe als meiner Geburt.JG


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