Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa e.V.
Die Plattform für das bürgerschaftliche Franco-Allemand in Deutschland

www.vdfg.de

Newsletter

Rundbrief März 2014

28. Februar 2014 Newsletter 0 Kommentare

« Je crois que, s’agissant de l’identité européenne, nous sommes aujourd’hui à un moment historique décisif. Nous sentons que les Etats-nations s’essoufflent ; qu’ils veulent défendre une idée de civilisation, de culture, qui est malmenée parce que le monde change à une vitesse incroyable…Construire l’identité européenne, c’est dépasser l’identité nationale, tout en protégeant les moments de progrès civilisationnel développés par chaque nation. L’identité européenne est en devenir et ne peut correspondre qu’à une identité de nature post-nationale. Dans la mesure où celle-ci n’a rien à voir avec une identité figée, elle est sans doute moins confortable pour les individus » Daniel Cohn-Bendit im Gespräch mit Alain Finkielkraut (LE MONDE 1. 2. 2014)

Sehr geehrte Präsidentinnen, Präsidenten und Freunde in den Mitgliedsgesellschaften,
sehr geehrte Besucher unserer Internetseite,

Masseneinwanderung stoppen“ lautete das Motto der Schweizerischen Volkspartei SVP. Das Votum der Schweiz am 09.02.2014 mit 50,3 % JA-Stimmen hat die ganze EU aufgeschreckt. Es zeigt die suggestive Macht populistischer Parolen, die stärker sein kann als jede Vernunft. Ist das Ergebnis ein Menetekel für den 25. Mai 2014? Es gibt nur einen Weg gegen ein Wachsen von Europa feindlichen Parteien: „Mobilisierung aller, denen unser Europa des Friedens und des gedeihlichen Miteinanders am Herzen liegt! Nur wählen gehen hilft“. Nutzen wir in unseren DFGen und Partnerschaftsvereinen die Chancen dieser Werbung. Viele unserer Mitgliedsgesellschaften greifen das Thema „Wahlen“ in ihren Programmen auf.

Seit geraumer Zeit bereits finden Sie auf der Startseite unserer Homepage www.vdfg.de eine ausführliche Einladung zum 61. Europäischen Wettbewerb „Wie wollen wir leben in Europa?“. Empfehlen Sie den Schülerinnen und Schülern der Schulen in Ihrer Stadt das Mitmachen. Die Wettbewerbsbedingungen finden Sie auf unserer Internetseite. Alle relevanten Themen können behandelt werden. Auch dies kann IHR Beitrag zu größerem Interesse an Europa und speziell zur Motivation sein, am 25. Mai 2014 wählen zu gehen.

Es ist außerordentlich erfreulich, wie sehr unsere Mitgliedsgesellschaften das Thema « Commémoration“ auf vielfältigste Weise in ihren Programmen lebendig werden lassen. Das verdient große Anerkennung und zeugt vom europäischen Geist, den wir alle bei den Bürgerinnen und Bürgern wecken wollen. Ein Blick auf die Internetseiten unserer DFGen lässt dies Bemühen erkennen.

Michaela Drost, Leitende ZigZag-Redakteurin

Deutsche und französische Jugend blogt! Am 1. März ist der VDFG-Jugendblog gestartet. Sie finden ihn indem Sie auf die VDFG-Startseite gehen oder wenn Sie direkt zu www.vdfg.de/zigzag-blog gehen. Wir sind stolz, aber vor allem dankbar, dass die Erst- und Hauptverantwortlichen um Michaela Drost (Foto) und Stefan Endell mit diesem attraktiven Medium junge Menschen für das Franco-Allemand gewinnen und ein Forum des interaktiven Austausches geschaffen haben. Je mehr es gelingt, auch in den DFGen junge Menschen zum Mitmachen zu gewinnen, umso deutlicher zeigen wir, dass wir alle auf Zukunft und Gestaltung eingestellt sind. Und es ist ein geeignetes Mittel, junge Menschen für unsere Gesellschaften zu gewinnen.

Und erneut lade ich ein, in Ihren Erinnerungsarchiven zu suchen und mutig auszuwählen was Sie Etienne Deschamps für die Ausstattung des „Haus der Europäischen Geschichte“ in Brüssel schicken wollen. Hier noch einmal die Kontaktdaten: Etienne Deschamps, Secrétariat Général du Parlement Européen, Maison de l’histoire européenne, rue de Trèves, TRI 2 V 61, B-1050 Bruxelles, +32 (0)2 283 1756, etienne.deschamps@europarl.europa.eu. Siehe auch den Februarrundbrief 2014.

Der 59. Jahreskongress in Dijon vom 10. – 12. Oktober 2014 wirft seine Schatten voraus. Er steht unter dem Thema: Réussir la rencontre des cultures – Comment relancer les jumelages et cercles franco-allemands par la culture. Erfolgreiche Begegnung der Kulturen – Kultur als Impuls zur Stärkung der Städtepartnerschaften. Während die französischen Vereine in der FAFA wesentlich die Lebendigkeit der Partnerschaften ihrer Gemeinden, Städte und Region als Auftrag verstehen, das breite Spektrum jedoch der Kultur und Zivilisation in Deutschland weniger im Programm haben, sind unsere deutsch-französischen Gesellschaften von ihrer frühen Entstehung her vornehmlich Kulturgesellschaften, denen die Vielfalt der Begegnung mit Frankreich auf historischer, literarischer, wirtschaftlicher und politischer Ebene am Herzen liegt. Zwar nehmen unsere DFGen oft auch die konkrete Pflege und Belebung der Jumelage als Aufgabe in den Blick. Doch dies bleibt ausbaufähig. In dem einen oder anderen Fall ist sogar zu überlegen, ob nicht die lokale DFG dort, wo es keinen eigenen Partnerschaftsverein gibt, diese Arbeit mit übernimmt oder ob es gar zu einer Fusion von DFG und Partnerschaftsverein kommen sollte. Unseren französischen Freunden hingegen fehlen weitgehend die großen Erfahrungen unserer Kulturarbeit. Es ist also ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Wir lernen das beachtliche Engagement der Mitgliedsgesellschaften der FAFA für die Partnerschaften kennen und können Maß nehmen. Unsere französischen Freunde erkennen den Reichtum und die Vielfalt  unserer Programme. Daher ist es dringend erforderlich, dass alle unsere Mitgliedsgesellschaften in der VDFG den Fragebogen ausfüllen und möglichst bis zum 30. April an den Präsidenten der FAFA, Hans Herth, senden, unabhängig davon, ob sie am Kongress in Dijon teilnehmen können oder nicht. Ausführliche Erläuterungen finden Sie  im Anhang dieses Briefes und hier: Fragebogen der FAFA an die DFGen in Deutschland

Oliver Keymis (Die Grünen) MdL NRW

Am 19.02.2014 durfte ich auf Einladung der deutsch-französischen Parlamentariergruppe mit seinem Vorsitzenden Oliver Keymis, Vizepräsident des Landtags, im NRW Landtag den Parlamentariern die Arbeit der deutsch-französischen Gesellschaften und der VDFG vorstellen. Es scheint mir wichtig zu sein, immer mehr auch die politische Ebene auf unser aller Wirken für die deutsch-französische Zusammenarbeit in der Verantwortung unserer beiden Länder für Europa aufmerksam zu machen. Ich verbinde mit dieser Präsenz auch die Hoffnung, dass die Damen und Herren Abgeordnete vor Ort den Kontakt mit den DFGen und  Partnerschaftsvereinen aufnehmen und pflegen, sie zur Mitgliedschaft in unserem Kreis motivieren und die Bürgermeister daran erinnern, dass sie eine materielle Verantwortung für das gute Funktionieren unserer Vereine im Franco-Allemand haben. Als die Räte eine Partnerschaft beschlossen und die Bürgermeister diesen Vertrag durch ihre Unterschrift besiegelt haben, sind sie eine Verpflichtung zur jährlichen Finanzausstattung eingegangen, die nicht als freiwillige Leistung sang- und klanglos „kassiert“ werden darf. Auch konnte ich darstellen, dass im Gegensatz zu den Departements in Frankreich die Stelle der/des Europabeauftragten in unseren Landkreisen und kreisfreien Städten oftmals personell nicht ausreichend besetzt und finanziell schlecht ausgestattet ist.

Die „Château d’Orion-Denkagentur“, Mitglied der VDFG macht aufmerksam auf zwei Seminare, welche womöglich die eine oder den anderen interessieren könnten und die deshalb gerne auf diesem Wege empfehlen möchte: Auf Schloss Orion/Aquitanien vom 04.05. bis 10.05.2014: „La vie est belle, c’est beau la vie!“ – Eine Betrachtung über das Leben im Spiegel deutsch-französischer Filme mit Margaret Schlubach-Rüping (siehe: http://www.chateau-orion.de/chateau-orion/DW_Schlubach.html).  Auf Schloss Orion/Aquitanien vom 13.10. bis 18.10. 2014: Ein Jahrhundert wird besichtigt – Frankreich und Deutschland ein Blick zurück mit Traute Gartzke (siehe: http://www.chateau-orion.de/chateau-orion/DW_Gartzke_14.html)

Die Deutsch-Französische Handelskammer / Chambre Franco-Allemande de Commerce et d’Industrie in Paris lädt ein in die Allianz France, 87 rue de Richelieu, F-75002 Paris zum deutsch-Französischer Berufsbildungstag – Beschäftigungssicherung und Wettbewerbsfähigkiet / Aktueller und zukünftiger Fachkräftebedarf. Näheres erfahren Sie von Margarete Riegler-Poyet, 00 33 (0)1 40 58 35 90, mriegler@francoallemand.com

Professor Paul Nolte hat am 5. Januar 2014 auf dem Petersberg bei Bonn einen beachtlichen Vortrag gehalten. Ich berichtete davon in meinem Rundschreiben Februar 2014. Nun haben wir die Genehmigung erhalten, ihn in Gänze auf unsere Internetseite zu setzen. Auch wird in dem Periodikum „Politische Meinung“ in Bälde eine verkürzte Fassung abgedruckt. Die Lektüre dieses Vortrags ist ausdrücklich empfehlenswert, zeichnet sie doch nicht nur exzellent Geschichte nach, sondern zeigt auch Mut machende europäische Perspektiven auf. Vortrag von Prof. Dr. Paul Nolte, Freie Universität Berlin

Auf drei Buchveröffentlichungen darf ich heute aufmerksam machen: 

Angelika Praus hat ihre Dissertation „Das Ende einer Ausnahme – Frankreich und die Zeitenwende 1989/1990“ im Tectum Verlag veröffentlicht (http://www.tectum-verlag.de/das-ende-einer-ausnahme.html ). Vor dem Hintergrund der Zeitenwende 1989/1990 ist die Autorin dem besonderen französischen Selbstverständnis bis in die Amtszeit von François Hollande nachgegangen. Im Zuge der Untersuchung drängt sich nicht nur eine neue Deutung des Verhaltens Frankreichs während des deutschen Einigungsprozesses auf. Es wird auch deutlich, so die Autorin, wie das französische Selbstverständnis bis heute nachwirkt. Das Thema entbehrt gerade in den aktuellen Zeitläuften nicht einer besonderen Brisanz.  ISBN 978-3-8288-3308-1 , 556 Seiten, Paperback Tectum Verlag 2014, 39,95 €

Yasmina Reza,  „Glücklich die Glücklichen“ Roman – übersetzt aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel, Frank Heibert, Erscheinungsdatum: 03.02.2014, 176 Seiten , 17,90 € . Ein Ehepaar im Supermarkt, Robert und Odile. Ihr an sich lächerlicher Streit an der Käsetheke eskaliert, die Nerven liegen blank, weil es hier um viel mehr als um die Wahl des richtigen Käses geht. Odile, Mutter zweier Kinder, wird sich schon bald einen Liebhaber nehmen, der sie dann seinerseits betrügt. Yasmina Reza beschreibt Paare, Einzelgänger und Familien in unverschämt komischen Alltagsszenen. Inmitten von gesellschaftlichem Ansehen und beruflichen Erfolgen werden ihre Träume vom Alltag zerrieben. Doch aufgeben? Niemals! Mit scharfer Beobachtungsgabe und schmerzhaft treffenden Dialogen entzündet die Autorin ein Feuerwerk aus klugem Witz, Humor und tiefen Einsichten in unsere heutige Gesellschaft.

Guy Marchot, « Lettre des internés du Camp des Milles – Brief der Internierten vom Camp des Milles » , ISBN 9-782746-642 164, 30 €.  Mehr als 90 Briefe, Karten, Umschläge sind hier wiedergegeben. Sie beschreiben das Leben der seit 1933 aus dem Deutschen Reich in den französischen Süden geflohenen  Intellektuellen, die von den Nazis im besetzten Frankreich interniert wurden. Ein großer Teil der deutschen intellektuellen Elite war hier versammelt. Männer wie Lion Feuchtwanger, Max Ernst, Hans Bellmer, Peter Lippman-Wulf, Ernst Mosbacher, Otto Meyerhof haben geschrieben. Ein tief bewegendes Werk. Das „Camp des Milles wurde im Herbst 2012 als eines der ersten Projekte im Zusammenhang mit der Europäischen Kulturhauptstadt Marseille-Provence 2013 zu einer Gedenkstätte umgewidmet, in der auch die Sammlung des Philatelie-Verbandes zu sehen ist. Näheres finden Sie unter: http://librairie.memorialdelashoah.org

Aus dem DFJW-Newsletter Februar 2014:

  • Die Außenstelle des DFJW in Saarbrücken nimmt ihre Arbeit auf. Im Zuge seines 50-jährigen Bestehens möchte das DFJW den Deutsch-Französischen Freiwilligendienst ausbauen. Das DFJW koordiniert seit 2007 den Deutsch-Französischen Freiwilligendienst für Vereine. Dieser wird von der staatlichen französischen Agence du Service Civique, vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) unterstützt. Im letzten Jahr wurde zusätzlich ein Deutsch-Französischer Freiwilligendienst für Schulen eingeführt. Waren es anfangs noch 14, zählt das Programm heute 146 Teilnehmende.
  • Dem wachsenden Erfolg des Freiwilligendienstes ist es zu verdanken, dass das DFJW sich dazu entschieden hat, eine aus Mitteln des Programms finanzierte Stelle in Saarbrücken anzusiedeln. Das Büro befindet sich Ludwigsplatz 6-7. Es wird allerdings nicht für Publikumsverkehr geöffnet sein. Aufgabe der DFJW-Mitarbeiterin in Saarbrücken ist es, die französischen Teilnehmer, die ihren Freiwilligendienst in Deutschland leisten, zu betreuen. Das Saarland hat aufgrund seiner Nähe zu Frankreich von Beginn an eine sehr aktive Rolle beim Aufbau des Deutsch-Französischen Freiwilligendiensts gespielt, weswegen ein Büro in Saarbrücken strategisch nur Vorteile bietet. Mehr Infos zum Freiwilligendienst unter: www.volontariat.ofaj.org

 

Herzlich grüßt Sie

Ihr
Gereon Fritz

 

 


Anhang: Fragebogen der FAFA an die DFGen in Deutschland

 

 

 


0 Kommentare


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.