Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa e.V.
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Rundbrief Mai 2014

1. Mai 2014 Newsletter 0 Kommentare

„Völker, die nicht die Gabe der Voraussicht haben, sind dem Untergang geweiht“ – Jean Monnet (1888-1979)
“Die Demokratie ist so viel wert wie diejenigen, die in ihrem Namen sprechen“. – Robert Schuman (1886 – 1963)

Sehr geehrte Präsidentinnen, Präsidenten und Freunde in den Mitgliedsgesellschaften,
 sehr geehrte Besucher unserer Internetseite,

wenn ich die beiden großen Väter unseres Europas der Nachkriegszeit zitiere, dann hat das mehrere Gründe. Natürlich steht der 9. Mai bevor, den wir jährlich als Europatag feiern. Und, als Chance für die Zukunft oder als Damoklesschwert über uns, die Wahlen zum Europäischen Parlament am 25. Mai. Wir haben es in der Hand, ob rechte Gegner die Oberhand gewinnen – sei es in Frankreich, in den Niederlanden, in Deutschland oder in einem EU-Land – oder ob Parlament und Kommission stark und handlungsfähig bleiben. Ich weiß nicht so recht, ob Völker die Gabe der Voraussicht haben können – es sind ja immer Bürger, Wähler, die entscheiden. Dennoch ist der Satz spannungsreich und stimmt nachdenklich. Es geht um Glaubwürdigkeit im politischen Handeln, wie es Schuman definiert.

Sie vor Ort sind Bauleute des Friedens. In vielen Veranstaltungen erinnern Sie an die Gräuel der Kriege im 20. Jahrhundert, werben durch Sensibilisierung in Ihren Veranstaltungen für eine hohe Wahlbeteiligung, pflegen vielfältig den kulturellen und menschlichen Austausch, sorgen dafür, dass die Freundschaft zwischen Deutschen und Franzosen maßgeblich bleibt, gerade auch im Blick auf die Entwicklungen im Osten unseres Kontinents.

 

Prof. Henri Ménudier

Prof. Henri Ménudier

Viele unserer Mitgliedsgesellschaften machen auf mannigfache Weise Europa und die Wahl im Mai zum Thema. Unter dem Titel „Europa geht uns alle an“ lädt z. B. die DFG Bielefeld zu einer Podiumsdiskussion ein unter Leitung von Henri Ménudier (Foto) für den  5. Mai 2014, 19:30 Uhr in die Ravensberger Spinnerei (VHS), Ravensberger Park 1. Es diskutieren Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Am Tage darauf diskutieren Henri Menudier und Juniorbotschafterin Julia Wambach mit Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Waldhof Fragen zu Berufschancen, Politik u.v.m. Besonders erfreulich in diesem Zusammenhang: Dank der Böllhoffgruppe Bielefeld kommt es auch in Chambéry zu einer großen europapolitischen Podiumsdiskussion.

Während Silvio Berlusconi den Hass predigt, fragt Robert Badinter, ob „wir Europäer alle meschugge geworden“ sind und beklagt „die Feigheit der gegenwärtigen politischen Führer. Mitterrand und Kohl glaubten brennend an Europa ….Die neuen politischen Führer haben diesen Glauben nicht. Sie sind bestenfalls vernünftig“ (FAZ 28.04.2014). An uns, die Flamme wieder anzufachen.

Herne Die Kommunalwahlen in Frankreich haben in vielen Gemeinden zu Veränderungen in der Spitze geführt. Unabhängig von den politischen Optionen gilt es, mehr denn je festzuhalten an den bestehenden Städtepartnerschaften. Kündigungen aufgrund eines Couleurwechsels sollte es in keinem Fall geben. Die Partnerstadt von Herne/Westfalen ist Hénin-Beaumont. Dort wurde Steeve Briois vom Front National Bürgermeister. Für den OB von Herne Horst Schiereck kein Grund zur Kündigung der Jumelage. Die Partnerschaft bestehe seit 60 Jahren. Damals habe es in Herne auch noch viele Nazis gegeben (WAZ 01.04.2014 und 29. April 2014).
Die Spannungen in und um die Ukraine beunruhigen uns alle. Dass die deutsch-französische Verantwortung manifest wird in diesen Wochen, das zeigt das koordinierte Miteinander der Außenminister Deutschlands und Frankreichs. Während die eine oder andere überregionale deutsche Tageszeitung nach meinem Eindruck Stimmung für eine harte Gangart zu machen scheint, verstehen es Frank-Walter Steinmeier und Laurent Fabius, das Vertrauen in die Macht der Diplomatie zu stärken.

Vue du palais des Ducs de Bourgogne (Hôtel de Ville) depuis la place de la Libération. (Photo : François de Dijon)

Vue du palais des Ducs de Bourgogne (Hôtel de Ville) depuis la place de la Libération. (Photo : François de Dijon)

Ich bitte erneut auch in diesem Brief alle Mitgliedsgesellschaften, sehr bald Hans Herth, dem Präsidenten der FAFA, den Fragebogen über als besonders gelungen betrachtete Aktionen zukommen zu lassen: hans.herth@wanadaoo.fr Sie haben ihn alle erhalten, können ihn aber auch von unserer Website www.vdfg.de herunterladen. Wenn ich mir die Programme, Mitgliederbriefe (z.B. DFG Holzwickede) und Einladungen Ihrer Gesellschaften anschaue, dann bin ich immer wieder beeindruckt vom Ideenreichtum Ihres Tuns. Umso wichtiger ist das Ausfüllen des FAFA-Fragebogens. Denn dem Austausch der Erfahrungen untereinander in seiner Vielfalt widmet sich der Kongress von Dijon unter dem Thema:
„Erfolgreiche Begegnung der Kulturen – Neuer Schwung durch mehr Kultur in unsere Städtepartnerschaften“ , vom 10. – 12. Oktober 2014

Erneut lade ich ein, in Ihren Erinnerungsarchiven zu suchen und mutig auszuwählen, was Sie Etienne Deschamps für die Ausstattung des „Haus der Europäischen Geschichte“ in Brüssel schicken wollen. Hier noch einmal die Kontaktdaten: Etienne Deschamps, Secrétariat Général du Parlement Européen, Maison de l’histoire européenne, rue de Trèves, TRI 2 V 61, B-1050 Bruxelles, +32 (0)2 283 1756, etienne.deschamps@europarl.europa.eu. Siehe auch mein Rundschreiben Februar 2014.

ZIGZIG750breitLaden Sie Ihre Jugendlichen ein, den VDFG-Jugend-Blog ZigZag / ZickZack zu besuchen und mitzugestalten.

 

 

 

Neues Mitglied
Wir begrüßen sehr herzlich die DFG Göttingen, die bereits im Februar 2014 zur VDFG gekommen ist. Wir freuen uns auf intensives Miteinander und viele gegenseitige Anregungen. Die VDFG begrüßt stets alle ihre neuen Mitglieder in einer eigenen Rubrik auf der Startseite ihrer Website.  Schauen Sie mal nach . . .

Filmtipp:
Schauen Sie sich die letzen Sendungen auf ARTE an aus der achtteiligen deutsch-französisch-kanadischen Koproduktion der dokumentarischen Dramaserie „14 Tagebücher des Ersten Weltkriegs“ gezeigt, zusammengestellt aus 1000 Tagebüchern und Briefsammlungen. Eine tiefgründige und bewegende Dokumentation:

Header_Blog_1914_deSendetermine für ARTE:
Episode 1 “Der Abgrund”: Dienstag, 29. April 2014, 20.15 Uhr
Episode 2 “Der Angriff”: Dienstag, 29. April 2014, 21.15 Uhr
Episode 3 “Die Verwundung”: Dienstag, 6. Mai 2014, 20.15 Uhr
Episode 4 “Die Sehnsucht”: Dienstag, 6. Mai 2014, 21.15 Uhr
Episode 5 “Die Vernichtung”: Dienstag, 6. Mai 2014, 22.15 Uhr
Episode 6 “Die Heimat”: Dienstag, 13. Mai 2014, 20.15 Uhr
Episode 7 “Der Aufstand”: Dienstag, 13. Mai 2014, 21.15 Uhr
Episode 8 “Die Entscheidung”: Dienstag, 13. Mai 2014, 22.15 Uhr

Hörtipp:
Das multimediale Projekt „14-Tagebücher“ wird auch um eine gleichnamige Reihe für den Hörfunk ergänzt.
SWR2
02.05.2014, 08:30 h Der Aufstand
09.05.2014, 08:30 h Das Ende als Anfang

Logo OFAJAus dem DFJW-Newsletter April 2014
Europa und europäische Identität für alle – Das DFJW im europäischen Takt: Dieses Jahr entschied das DFJW, Projekte mit europäischer Thematik besonders zu fördern, seien es  Projekte für die Jugend oder von der Jugend.

Das DFJW möchte dabei, rund um die Europawahlen, die Deutsch-Französischen Beziehungen zu einer Unterstützung Europas machen, den Ängsten, aber auch den Vorschlägen der jungen Generation Gehör verschaffen und die Jugend bei der Ausbildung ihres Staatsbürgertums unterstützen. Vom Jahr 2013 bis zum 25. Mai, und darüber hinaus, entwickelt und unterstützt das DFJW folgende Projekte: Appell der deutschen und französischen Jugend an die Politik – 95 Vorschläge für die Zukunft Europas

Die Entwicklung eines europäischen Freiwilligendienstes und seine Anerkennung im beruflichen und universitären Werdegang, die Entwicklung eines europäischen Arbeitsamtes, die Angleichung und Anerkennung von Diplomen und beruflichen Qualifikationen, die direkte Wahl des Präsidenten der Europäischen Kommission, die Schaffung einer europäischen Zeitung – das sind einige der 95 Vorschläge, die den Appell der deutschen und französischen Jugend an die Politik ausmachen.
Diese Beiträge für eine bessere europäische Gesellschaft sind im Rahmen des ePartizipations-Projektes „Europa ist meine Zukunft, wenn…“ entstanden, die das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) im Herbst 2012 startete. Dieses erste internationale und multilinguale Online-Partizipations-Medium richtete sich an Jugendliche zwischen 13 und 30 Jahren. Zum 50. Jahrestag des Elysée-Vertrages gestartet, erlaubte die ePartizipation über 1000 Teilnehmern, ca. 500 Beitrage zu den Themen Bildung, Arbeit, Umweltschutz, Wirtschaft, kulturelle Vielfalt, politische Teilhabe, Jugendarbeitslosigkeit, Meiden und Familie zu diskutieren. Im Jahre 2014 ist Europa aktuell wie nie.

Noch Teilnehmer gesucht: Grundschullehreraustausch – ein Jahr in Frankreich

Screenshot 2014-05-01 12.37.13Im Herbst 2014 startet eine neue Runde des deutsch-französischen Grundschullehreraustauschs. Die Bewerbungsfristen für das Schuljahr 2014/15 sind zwar offiziell abgelaufen, es gibt aber ggf. noch die eine oder andere Stelle in Frankreich zu besetzen!
Im Rahmen des Programms verbringen Sie ein ganzes Schuljahr in Frankreich, unterrichten Deutsch als Fremdsprache in französischen Grundschulen und werden dafür unter Fortzahlung der Bezüge beurlaubt. Verständigungsfähigkeit in der französischen Sprache ist erwünscht, aber nicht unbedingt erforderlich. Folgende Bundesländer beteiligen sich am Programm: Baden Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Das Deutsch-Französischen Jugendwerk koordiniert und begleitet den Austausch und bietet eine Informationstagung, eine pädagogische Tagung, einen Tandemsprachkurs, eine Zwischenauswertung und eine Auswertungstagung an.
Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme im kommenden oder auch am darauffolgenden Schuljahr haben, melden Sie sich bei dem für Ihr Bundesland zuständigen Ministerium! Weitere Infos sowie die Adressen der Ansprechpartner in den Ministerien
www.dfjw.org/grundschullehreraustausch. Kontakt: DFJW, Dominique Granoux: granoux@dfjw.org

Sie können übrigens den DFJW-Newsletter bestellen über contact@ofaj-dfjw.churchill.fr

Herzlich grüßt Sie im Frühlingsmonat Mai

Ihr

Gereon Fritz

 


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