Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa e.V.
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Rundbrief Februar 2014

1. Februar 2014 Newsletter 0 Kommentare

„Wer an Europa zweifelt, wer an Europa verzweifelt, der sollte Soldatenfriedhöfe besuchen! Nirgendwo besser, nirgendwo eindringlicher, nirgendwo bewegender ist zu spüren, was das europäische Gegeneinander an Schlimmstem bewirken kann.“ Jean-Claude Juncker, Europäer mit Herz und Verstand.

Sehr geehrte Präsidentinnen, Präsidenten und Freunde in den Mitgliedsgesellschaften,
sehr geehrte Besucher unserer Internetseite,
wenn Sie unsere Internetseite www.vdfg.de besuchen, finden Sie journalistische Annäherungen an das große Thema der „Commémoration“ 1914, 1939, 1944 sowie demnächst Hinweise auf geplante Gedenkveranstaltungen und weitere Hintergrundinformationen. Diese Seite wird laufend ergänzt.

Ich habe mir vor einigen Tagen die Mühe gemacht, die Programme unserer Mitgliedsgesellschaften auf das große Erinnerungsthema dieses Jahres hin zu durchforsten. Ich habe mit Freude festgestellt, dass zahlreiche Gesellschaften auf unterschiedliche Weise die „Commémoration“ begehen werden mit Vorträgen, Ausstellungen, Aufführungen, Reisen zu den Stätten der kriegerischen Begegnungen u.v.m. Viele unserer DFGen haben das Thema als Auftrag auch anlässlich ihrer Neujahrsempfänge aufgegriffen. Auch in Deutschland ist der Blick auf 1914 ein Impuls für Friedensarbeit. Bereits in diesem Monat sind die Medien voll davon.

Wie wäre es, wenn Sie diese Erinnerung gemeinsam mit anderen Auslandsgesellschaften und Vereinen allgemein in Ihrer Stadt begingen? Das wäre auch ein sichtbares Bekenntnis zu einem Europa des Friedens und der Zusammengehörigkeit, eine Demonstration gegen Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung und zu einem Europa, das bestrebt bleibt, die Einheit in Freiheit und Demokratie zu vollenden.

Nutzen Sie jede Gelegenheit, Mut zu machen zum Gang zu den Urnen bei der Europawahl am 25. Mai. Es darf nicht sein, dass Parteien des rechten Randes mit ihrer Eurofeindlichkeit und einer erschreckenden Abwendung von Europa hin zu anachronistischen Nationalismen beängstigend wachsen, statt marginal zu bleiben.

Für meinen Teil wünsche ich Frankreich von Herzen, dass ein neuer Elan, eine erkennbare Öffnung für einen „Verantwortungspakt“ („pacte de responsabilité“) aller Teilnehmer am Wirtschaftsprozess und eine die Herausforderungen annehmende Bereitschaft in der Bevölkerung die Depression schwinden lässt.

Übrigens: Besuchen Sie www.netzwerk-ebd.de und www.ew2014.de. Der Europäische Wettbewerb ist der älteste Schülerwettbewerb Deutschlands. Seit 60 Jahren setzen sich jährlich über 70.000 Schüler kreativ mit aktuellen europäischen Themen auseinander. In der laufenden Wettbewerbsrunde ist die Europawahl natürlich ein zentrales Thema. Schüler aller Altersgruppen und Schulformen sind aufgerufen, Kampagnen zu entwickeln, die darauf abzielen, die Wahlbeteiligung zu erhöhen. Beiträge können noch bis Februar eingereicht werden, es locken attraktive Preise wie Einladungen ins Bundeskanzleramt oder den Bundestag. Werben Sie in den Schulen Ihres Umfeldes.

Annegret Kamp-Karrenbauer (CDU), Ministerpräsidentin des Saarlandes und Bevollmächtigte der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit

Das Saarland – „Brücke nach Deutschland und Tor zu Frankreich“ – soll zweisprachig werden. Zwar hat auch Baden-Württemberg in früheren Jahren schon einmal Französisch als erste Fremdsprache einzuführen versucht, dies scheiterte jedoch am Elternwillen. „Wenn unser Kind nicht so schnell wie möglich Englisch lernt, sind seine Berufschancen geringer“ war die kurzsichtige Motivation der Eltern für ihr Nein. Der Vision von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer wünsche ich Erfolg. Immerhin ist von einem Rechtsanspruch auf Französisch die Rede. Herzlichen Glückwunsch zum Ausdruck eines klaren politischen Willens, den ich mir auch für andere Bundesländer wünsche.

Am 5. Januar 2014 habe ich teilgenommen an der jährlichen Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus. Nach einer Kranzniederlegung am Grab Konrad Adenauers fand auf dem Petersberg ein Symposium statt zum Thema „Aus der Katastrophe der Kriege zur europäischen Einigung“. In einem Gespräch fragte der DFJW-Juniorbotschafter Nils Thieben aus Münster den früheren Präsidenten des Europäischen Parlamentes Hans-Gert Pöttering : „Welchen Rat geben Sie heute den jungen Menschen in Europa?“. „Patience et passion“, war Pötterings Antwort.

Am 17. Januar unterzeichneten Frau Hannelore Kraft (rechts), Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, und Monsieur Daniel Percheron (Mitte), Präsident des Regionalrates Nord-Pas de Calais, in der Düsseldorfer Staatskanzlei die „Gemeinsame Erklärung über die Zusammenarbeit und den Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen Nordrhein-Westfalen – Nord-Pas de Calais“

Am 17. Januar unterzeichneten Frau Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, und Monsieur Daniel Percheron, Präsident des Regionalrates Nord-Pas de Calais, in der Düsseldorfer Staatskanzlei die „Gemeinsame Erklärung über die Zusammenarbeit und den Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen Nordrhein-Westfalen – Nord-Pas de Calais“. Am Tag zuvor fand in Essen ein Dîner statt. Ich durfte die VDFG vertreten. Immerhin zählen wir in NRW 50 Mitgliedsgesellschaften sowie 55 Jumelagen und 79 Schulpartnerschaften allein im Nord-Pas de Calais. „Die gemeinsame Erklärung sieht künftig eine engere Zusammenarbeit als bisher vor, besonders in den Bereichen Bildung, Energie, wirtschaftliche Entwicklung, Innovation, Wissenschaft und Forschung, Kultur und gemeinsames industrielles Erbe. Auch die Sprachausbildung und interkulturelle Erziehung soll unterstützt werden, sowie die Mobilität von Jugendlichen im Sinne ihrer beruflichen Einsatzmöglichkeiten. Für Präsident Percheron ist die Beziehung zu NRW eine „Verbindung mit Herz und Verstand“ und das Ergebnis einer natürlichen Entwicklung: „Unsere beiden Regionen teilen das gleiche industrielle und auch soziale Erbe. Und was wir ebenfalls gemeinsam haben, ist unser Wille, die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Veränderungen umzusetzen, die notwendig sind und dabei das Wohl unserer Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt zu stellen.“ Vor allem NRW sei in Deutschland diesbezüglich weit vorne“. (Aus der Homepage NRW).

Am 20. Januar erhielt unser Kuratoriumsmitglied und Elsie-Kühn-Leitz-Preisträger, der „Europäer par excellence“ (so Merkel), Ministerpräsident a.D. Jean-Claude Juncker, im vollbesetzten Kieler Landeshaus den Hermann-Ehlers-Preis 2013 insbesondere für seine Verdienste in der Euro-Gruppe, deren Vorsitzender er von Beginn bis 2013 war. Die Medaille überreichte der Stiftungsvorsitzende Otto Bernhardt. Laudator war der Präsident a.D. des Europäischen Parlamentes Hans-Gert Pöttering: „ Starke Überzeugungen bringen nichts, wenn man nichts Pragmatisches bewirkt“. In seiner launig-kurzweiligen Dankrede lancierte Juncker einen glühenden Appell für Europa und rief auf zu mehr Stolz der Europäer auf das gemeinsame Einigungswerk. Unsere VDFG-Glückwünsche überbrachte unsere Vizepräsidentin Dr. Margarete Mehdorn.

Am 21. Januar verlieh die DFG Frankfurt zum vierten Mal im Frankfurter „Römer“ den „DFG-Preis für Französischschüler“. Ich durfte die Glückwünsche der VDFG überbringen. Es war eine sehr würdige und bestens besuchte Feier. Viele unserer Gesellschaften veranstalten ähnliche Sprachwettbewerbe und Förderaktionen. So ist es denn Ihrer aller Verdienst, wenn wir gegenüber unseren französischen Freunden nicht „sprachlos“ werden. Es freut mich, dass es der VDFG immer wieder einmal gelingt, nach einer französischen Partnerschule suchenden deutschen Schulen erfolgreich zu helfen. So fand das Gymnasium Salzgitter-Bad durch unsere und des ADEAF-Vermittlung ein Collège in Laon. Schulpartnerschaften – 4.300 mit Frankreich gibt es – sind Jahr um Jahr eine neue Chance zu wunderbaren Begegnungen.

Für den 22. Januar hatten der Bürgermeister von Seelze, Detlef Schallhorn, und das Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit e.V. ( www.ipz-europa.de) zu einer Fachtagung über deutsch-französische Beziehungen auf bürgerschaftlicher Ebene eingeladen. „Europa – eine Herausforderung an die deutsch-französisch-europäische Zivilgesellschaft“ lautete der Titel meines Vortrages. Die Juniorbotschafterin Niedersachsens Katja Friedewald stellte die Vielfalt der Programme des DFJW dar. Die Teilnehmer kamen aus Niedersachsen und dem nördlichen NRW und vertraten im Wesentlichen Partnerschaftsvereine. In dem regen Gedankenaustausch wurde wieder einmal deutlich, wie engagiert und ideenreich viele Jumelagen arbeiten. Blick in die Presse

Ebenfalls am 22. Januar feierte die DFG Augsburg und Schwaben e.V. ihr 50-jähriges Bestehen. Ich habe im Namen der VDFG dem Präsidenten Richard Forster und der Gesellschaft gratuliert.

Die „DFG Arnsberg e.V /Franz-Stock-Komitee für Deutschland“ wird in diesem Jahr 50 Jahr jung. Wir gratulieren auch von hier aus. Sie ist aufgrund ihrer Zielsetzung eine einmalige und überaus aktive Gesellschaft. Am 5. Januar hatte sie aus Anlass des Jubiläums die Ausrichtung des Neheimer Neujahrsempfangs übernommen.. Kennen Sie das Komitee? Schauen Sie nach unter www.franz-stock-komitee.de.

Wir gratulieren unserer Mitgliedsgesellschaft „Deutsch-Französische Gesprächsrunde Marsberg“. Sie erhielt den ersten Bürgerpreis in Form eines Wanderpokals verbunden mit einer Geldzuwendung. Die Gesprächsrunde zeichnet verantwortlich für die Vielfalt der Kontakte und Begegnungen mit Lillers im Pas-de-Calais. Kaum ein Verein, der nicht regelmäßige Treffen mit den französischen Freunden hätte. Bemerkenswert auch das Engagement für Projekte und Praktika.

Noch einmal ein Wort zur Sprache und zum Unterricht: Wie wichtig es ist, über das Englische hinaus fremde Sprachen, und für uns Deutsch ganz besonders die französische Sprache, zu erlernen, wird deutlich in einem Artikel des GUARDIAN vom 11.12.2013. Er titelte: „With foreign language skills increasingly important in a global economy, monolingual Britains risk being left behind” Und weiter stellt er fest, basierend auf Warnungen der Ministerialbehörde, der britischen Handelskammer und einer Wirtschaftslobbyorganisation, „Jene Unternehmen, die behaupten, dass sie keine kulturellen Schwierigkeiten beim Export haben, exportieren tatsächlich weniger als solche, die von Erfahrungen mit kulturellen Schwierigkeiten berichten“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Kennen Sie, abonnieren Sie „LEHRER ONLINE“? Dort finden sich oft für Französischlehrerinnen und –lehrer sehr gute Anregungen für den Unterricht. In der N° 3/2014 vom 15.01.2014 finden Sie eine reizvolle Unterrichtsreihe über 10 – 12 Stunden für die Stufe 11 – 13 zum Thema „Le couple franco-allemand: Est-il un danger?“ Eine Chance auch für fächerübergreifenden Unterricht (Französisch, Geschichte, Wirtschaft).

Ich freue mich, dass wir als neuen Partner der VDFG die “Gesellschaft der Deutschen Ehemaligen ENA-Schüler e.V.“ gewinnen konnten.

Ich wiederhole meinen Aufruf vom September 2013: Das Generalsekretariat des Europäischen Parlamentes wird voraussichtlich bereits im November 2015 ein «Haus der Europäischen Geschichte“ in Brüssel eröffnen. Der Historiker und Konservator Etienne Deschamps hat sich an mich gewandt mit der Bitte, nachstehend beschriebenes Anliegen den Mitgliedsgesellschaften der VDFG (und natürlich auch der FAFA) bekannt zu machen in der Hoffnung auf zahlreiche Beiträge, Objekte, Symbole etc., welche nach Brüssel gesandt werden sollen. Das ganze Projekt wird in einer PDF-Datei beschrieben, welche z. Z. in Englisch, aber noch im September auch in Deutsch und Französisch aufgelegt wird. Wenn Sie www.europarl.europa.eu eingeben und unter building-a-house-of-european-history suchen oder einfach unter dem gleichen Stichwort z.B. bei Google suchen, finden Sie die komplette Präsentationsbroschüre.

Da das Europäische Parlament über die schriftlichen und audiovisuellen Archive seit seinem Bestehen hinaus keinerlei Sammlung historischer Natur besitzt, ist es entscheidend auf Mithilfe von außen angewiesen. Im Konzept des Museums geht es nicht nur um die Darstellung der Verdienste großer Politiker, sondern um manifeste Zeugnisse des Wachsens der deutsch-französischen Freundschaftsbeziehung. Nichts ist unwichtig, alles ist wertvoll: Partnerschaftsurkunden, Postkarten, Briefe in beiden Sprachen, Fotos damals junger und älterer Mitbürger, Wimpel, protokollarische Gastgeschenke aus der jeweiligen Partnerstadt oder der französischen Partner Ihrer DFG.

Ich werde in den nächsten Briefen immer mal wieder auf diese großartige Initiative hinweisen und, sobald die deutsche und französische Version der Broschüre erschienen ist, sie ins Netz www.vdfg.de stellen lassen. Helfen Sie durch Ihre Recherche schon heute mit, dass das Projekt den besonderen Stellenwert des bürgerschaftlichen FRANCO-ALLEMAND und unserer Aktivitäten und Geschichte trägt. Ab sofort bereits können Sie sich direkt in Verbindung setzen mit: Etienne Deschamps, Secrétariat général du Parlement européen– Direction générale de la Communication (DG COMM). Maison de l’histoire européenne, Rue de Trèves, TRI 2 V 61, B-1050 Bruxelles, Tél. : +32 (0)2 283 1756, etienne.deschamps@europarl.europa.eu . Site Internet : www.europarl.europa.eu.

Buchtipp des Monats: Philippe Claudel / Philippe Delestre, Der Krieg ist vorbei, Bilder und Texte zum Frieden in Europa, Bilderbuch, Mainz 2013, 102 Seiten, Januar 2014, ISBN 978-3-95518-009-6, 19,90 €
Delestre, welcher jahrzehntelang für die Tageszeitung „L’Est Républicain“ sowie zahlreiche andere Regionalzeitungen gearbeitet hat, hat es sich in „Der Krieg ist vorbei“ zur Aufgabe gemacht, in Form von kindlich naiv gehaltenen Zeichnungen die Erfahrungen deutscher und französischer Frontsoldaten während des Ersten Weltkriegs zu veranschaulichen. Hierbei steht das gemeinsame Leid und schlussendlich die beginnende Aussöhnung im Vordergrund.

 

Herzlich grüßt Sie

Ihr

 

Gereon Fritz

 


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