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Internationaler Karlspreis für Präsident Emmanuel Macron

8. Mai 2018 Unsichtbar 0 Kommentare

Der französische Präsident Emmanuel Macron ist in Aachen mit dem Karlspreis 2018 ausgezeichnet worden. Macron zeigte sich gerührt und bewegt über die internationale Auszeichnung. Der neue Karlspreisträger forderte in seiner Rede schnelles Handeln für ein gemeinsames, souveränes Europa.

“Wir dürfen nicht warten, wir müssen jetzt etwas tun”, sagte Macron in seiner Rede. Man habe in Europa zu lange gewartet und vielleicht auch Gelegenheiten verpasst. Heute hätten die Europäer aber nicht mehr das Recht zu warten. Die Wahl für Europa sei nicht die Entscheidung für den gemeinsamen kleinsten Nenner. Man brauche Visionen für die nächsten 30 Jahre, danach könne man in kleinen Schritten denken.


Das Programm des Präsidenten am Donnerstag:
Der Himmelfahrtstag, 10. Mai, begann für Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte um 9 Uhr mit einem Besuch des Pontifikalamts im Aachener Dom. Später traf er sich zu trinationalen Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem ukrainischen Staatspräsidenten Petro Poroshenko im Dienstzimmer von Oberbürgermeister Marcel Philipp. Pünktlich um 11.15 Uhr begann im Krönungssaal der Festakt zur Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen. 

Neun Staats- und Regierungschefs, acht ehemalige Preisträger: Am Himmelfahrtstag haben  fünf Staatsoberhäupter in Aachen ihre Aufwartung gemacht: neben dem französischen Staatspräsident Emmanuel Macron, König Felipe VI. von Spanien, Petro Poroshenko, Staatspräsident der Ukraine, sowie die litauische Präsidentin und Karlspreisträgerin Dalia Grybauskaité sowie luxemburgische Großherzog Henri sowie die Regierungschefs von Bulgarien, Kroatien, Luxemburg und Kanzlerin Angela Merkel.

Auf der Gästeliste standen daneben acht ehemalige Karlspreis-Träger: Professor Timothy Garton Ash (2017) und Martin Schulz (2015), Jean-Claude Trichet (2011), Bundeskanzlerin Angela Merkel (2008), die bei der Verleihungszeremonie eine Rede halten wird, Javier Solana Madariaga (2007), Mario Draghi (2002 für den Euro), Großherzog Henri von Luxemburg (1986) und eben Dalia Grybauskaité (2013) haben ihr Kommen zugesagt. Dalia Grybauskaité hat beim Vorabendessen in der Aula Carolina die Dinner Speech zu Ehren des designierten Karlspreisträgers halten.


Resonanz in den Medien:
Schon zu Beginn der Karlspreis-Woche war das Medienecho auf die Karlspreis-Verleihung hoch wie selten zuvor. „Mit unserer Verleihung fällt auch der Jahrestag von Präsident Macrons Amtszeit zusammen“, sagt Oberbürgermeister Philipp. „Dieser Aspekt schärft umso mehr den Blick auf das Wirken des Präsidenten und auf seine Botschaften, die er von Aachen aus senden wird.“  

Eindrucksvoll ist folglich das Medieninteresse an der Verleihung. Nach Abschluss der Akkreditierungsfrist meldet der städtische Fachbereich Presse und Marketing über 200 Akkreditierungsanfragen – darunter Teams internationaler TV-Anstalten, von ARD und ZDF, Vertreter renommierter nationaler und internationaler Zeitungsredaktionen sowie Wort-, Bild- und TV-Agenturen.



Salut, Monsieur le président: Macron legt einen fulminanten Auftritt hin (Aachener Nachrichten 9. Mai 2018). 



„Karlspreis Live“:
Auf dem Katschhof wird zwei Tage gefeiert. Unter dem Motto „Musikalisch-Lebendig-Kulinarisch“ haben das Veranstaltungsmanagement der Stadt Aachen und die Karlspreisstiftung für den Mittwoch und Donnerstag ein vielseitiges Programm für die Aachener Bürgerinnen und Bürger auf die Beine gestellt. Das Geschehen auf der Bühne wird an beiden Tagen von Bernd Büttgens, Sprecher der Stadt Aachen, und Rick Takvorian, Leiter des Veranstaltungsmanagements im Kulturbetrieb der Stadt Aachen, moderiert. Los geht es am Mittwoch um 16 Uhr, dann öffnen auch alle Info-Stände und Zelte auf dem Katschhof – und dann gibt es bis zum späten Donnerstagabend viel Musik, Unterhaltung, auch zwei Begegnungen mit dem Karlspreisträger und viel Information. Auf der Katschhofbühne wird nach 18 Uhr am Mittwoch auch der Heinsberger Sänger und Songwriter Daniel Wirtz als Talkgast erscheinen. Er singt während der Karlspreisverleihung in einem Crossover mit dem Sinfonieorchester Aachen das Stück „Das verheißene Glück“.   


Jugendkarlspreis:
Am Dienstag, 8. Mai, drehte sich im Krönungssaal des Aachener Rathauses alles um den Jugendkarlspreis. Gemeinsam mit dem Europäischen Parlament schreibt die Karlspreis-Stiftung traditionell diesen Preis aus und freut sich über eine überwältigende Resonanz und Teilnahme. Junge Leute aus allen EU-Mitgliedsstaaten beteiligen sich mit ihren Ideen und Projekten  für ein gemeinsames und gut gelingendes Europa an diesem Wettbewerb, die nationalen Gewinnerinnen und Gewinner kommen nach Aachen und sind gespannt, welches Projekt die Jury mit dem Jugendkarlspreis ehrt. 


Karlspreis-Europa-Forum:
Die Jugendkarlspreisträger werden dann auch dem Europa-Forum des Karlspreises beiwohnen und dort mitdiskutieren. „Neuer Schwung für Europa“ – so ist das Forum im Alten Kurhaus überschrieben. 80 hochkarätige internationale Expertinnen und Experten diskutieren von 10 Uhr bis in den Nachmittag über die Zukunftschancen des gemeinsamen Europas. Impulsstatements werden gehalten von der spanischen Botschafterin María Victoria Morera Villuendas, von Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), von Daniel Cohn-Bendit, vormaliger Co-Vorsitzender der Fraktion der Grünen / Freie Europäische Allianz im Europäischen Parlament, und vom Präsidenten des Europäischen Jugendforums, Luis Alvarado Martínez.

Im Nachmittag wurden unter dem Titel „Initiative für Europa“ unter anderem der Philosoph Prof. Dr. Peter Sloterdijk, WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn und der Publizist Roger de Weck diskutieren.


Sicherheit beim Karlspreis:
Aufgrund der langen Liste schutzwürdiger Personen und des großen Polizeieinsatzes kann es an beiden Karlspreis-Tagen zu Beeinträchtigungen für Bürgerinnen und Bürger kommen. So wird es am 9. und 10. Mai in der Innenstadt rund um Dom und Rathaus zu verschiedenen temporären Straßensperrungen kommen. Zeitig werden entsprechende Halteverbotszonen eingerichtet. Polizeipräsident Dirk Weinspach sagte bereits auf einer Pressekonferenz in der vorigen Woche dazu: „Die Polizei Aachen wird für die Sicherheit sorgen. Das wird auch Beeinträchtigungen für den Einzelnen bedeuten. Wir werden alles tun, diese möglichst gering zu halten.“


Zahlreiche Ehrengäste:
Zur Karlspreisverleihung werden auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz, Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Justizministerin Katarina Barley, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, NRW-Landtagspräsident André Kuper, sowie die NRW-Minister Isabel Pfeiffer-Poensgen, Professor Dr. Andreas Pinkwart, Herbert Reul, Joachim Stamp, Hendrik Wüst sowie Staatssekretärin Serap Güler erwartet. Des Weiteren CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, der  Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, und Vikarbischof Evmenios von Lefka der Griechisch-Orthodoxen Metropolie Deutschland, der Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens Oliver Paasch, Theo Bovens, Gouverneur der niederländischen Provinz Limburg sowie der Gouverneur der belgischen Provinz Limburg Herman Reynders, der Aachener Bischof Helmut Dieser, der Vize-Präsident der Europäischen Kommission Frans Timmermans, Regierungspräsidentin Gisela Walsken, zahlreiche Honorarkonsule sowie der Generalkonsul der Republik Frankreich Vincent Joseph Muller und Europaparlamentarierin Sabine Verheyen. Neben vielen weiteren Ehrengästen haben auch zahlreiche Mandatsträger sowie Botschafter, Vertreter von Kirchen und Religionsgemeinschaften zugesagt. Insgesamt werden an den Feierlichkeiten im Krönungssaal rund 850 Personen teilnehmen.


INFO KARLSPREIS 


Der Preisträger zeigte Emotionen nach der Laudatio durch den Aachener OB Marcel Philipp.

Emmanuel Macron ist der 60. Träger des Internationalen Karlspreises zu Aachen. Im vergangenen Jahr 2017 wurde der britische Historiker Timothy Garton Ash  mit dem Preis ausgezeichnet, 2016 ging die Auszeichnung an Papst Franziskus.

Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als einer der bedeutendsten europäischen Preise. Er wird seit 1950 an Personen und Institutionen verliehen, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Zu den früheren Preisträgern gehörten unter anderem Konrad Adenauer (1954), die Europäische Kommission (1969), der spanische König Juan Carlos I. (1982), Francois Mitterand und Helmut Kohl (1988), Václav Havel (1991), Königin Beatrix der Niederlande (1996), der amerikanische Präsident Bill Clinton (2000), der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker (2006), Bundeskanzlerin Angela Merkel (2008), Jean-Claude Trichet (2011) oder Martin Schulz (2015), damals Präsident des Europäischen Parlaments. Im März 2004 erhielt Papst Johannes Paul II. einen außerordentlichen Karlspreis, der in Rom verliehen wurde.

Verliehen wird neben einer Urkunde auch eine Medaille, die auf der Vorderseite das älteste Aachener Stadtsiegel aus dem 12. Jahrhundert mit thronendem Karl dem Großen und auf der Rückseite eine Inschrift für den jeweiligen Preisträger zeigt.


 

 

 


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