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Gesucht: 101 Ideen für lebendige Städtepartnerschaften in Europa

17. Februar 2019 Top-Nachricht 0 Kommentare

50 deutsche und französische Teilnehmende im Alter von 16 bis 75 Jahren haben sich im vergangenen Herbst (vom 17. bis 21. Oktober 2018) beim 2. Intergenerationellen Forum in Colmar (am Rande des Kongresses der VDFG/FAFA) auf die Suche nach dem gemeinsamen deutsch-französischen Miteinander von Morgen begeben. Gesucht wurden: „101 Ideen für lebendige deutsch-französische Städtepartnerschaften in Europa“. Die Methode: Tägliche Sprachanimationen, gesellige Abende bei Flammkuchen und spontanes Impro-Theater.


Beitrag von Lisa Möller und Luise Böttcher


Bereits am Mittwochmittag, das heißt einen Tag vor Beginn des FAFA-VDFG-Kongresses, startete das Intergenerationelle Forum in seine dritte Runde. Nach zwei erfolgreich durchgeführten Veranstaltungen in den vergangenen Jahren in Chambéry und Hamburg konnte das Organisationsteam auch in diesem Jahr 50 deutsche und französische Teilnehmende begrüßen.

Darunter waren zwei Teilnehmerinnen aus Frankreich, die bereits zum dritten Mal am Forum teilnahmen und damit schon zu den „alten Hasen“ gehören. Da sich die Teilnehmenden zum Großteil nicht kannten, stand zunächst einmal das Kennenlernen in der Gruppe an.  Damit von Anfang an alle aktiv dabei sind, führten wir keine x-beliebige Vorstellungsrunde durch, sondern spielten eine Reihe von Sprachspielen und sogenannten Eisbrechern. Die vielen Louises, Luises und Luisas werden sich gut daran erinnern, wie schwierig es sein kann, sich bei diesen Namen mit unterschiedlicher Schreibweise richtig alphabetisch zu ordnen…

Die teils deutlichen Altersunterschiede merkten wir da gar nicht mehr – spätestens, wenn es darum geht, ein passendes Adjektiv zum eigenen Namen zu finden, lassen alle die anderen an ihrer blühenden Phantasie teilhaben! Beim Assoziationsspiel begrüßten wir unter anderem Philipp, den Philosophen, die heroische Héloise oder den ehrlichen Erhard! Man sieht: gute Voraussetzungen für vier Tage voller Engagement, kreativer Ideen und Tarte flambée.

Die Sprachanimationen, die auch in diesem Jahr von Veronika Ferger vorbereitet und moderiert wurden, nutzten wir täglich nach dem Frühstück zum Wachwerden und nach dem Mittagessen, um dem drohenden Nachmittagstief zu entgehen. Nach einigen Tagen, als die Teilnehmenden sich schon besser kannten, konnten sie ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter sogar schon an den Schuhen erkennen!

Nach der ersten Kennenlernrunde und einer Vorstellung des Programms der nächsten Tage ging es direkt ans Eingemachte: die Projektarbeit an den 101 Ideen. Aufbauend auf die gesammelten Ideen vom letzten Jahr bildeten sich Gruppen um die sechs Oberthemen Sport & Spiel, Natur & Gastronomie, Kunst & Kultur, Europa, Erinnerung und Besondere Begegnungen. In den nicht nur deutsch-französisch, sondern auch altersmäßig gemischten Gruppen wurden eifrig Ideen gesammelt, diskutiert, verworfen und verfeinert. Dabei hörte man einen Mix aus Deutsch und Französisch, aber auch eine lustige Kombination beider Sprachen oder englische Begriffe, die in beiden Ländern geläufig sind. Die Arbeitsgruppen notierten ihre besten Ideen, gestalteten tolle Flipcharts mit Grafiken und diskutierten drei Tage lang unterschiedlichste Konzepte zu ihrer „Jumelage franco-allemand“.

 

Am Donnerstag wartete ein Highlight auf die Teilnehmenden: Béatrice Angrand, die Generalsekretärin des Deutsch-Französischen Jugendwerks, besuchte erstmals das Intergenerationelle Forum! In diesem Rahmen stellten einige Teilnehmende die bereits entstandenen Ideen aus den Arbeitsgruppen vor und nutzten anschließend die Zeit, um die Generalsekretärin mit Fragen zu ihrer Arbeit und ihrem Werdegang sowie der Bedeutung trinationaler Begegnungen zu löchern. Dabei lernten wir auch, dass sie für ihre aktuelle Stelle insgesamt zehn Bewerbungsgespräche hatte! Die anschließende Kaffeepause nutzten viele, um informell mit Frau Angrand ins Gespräch zu kommen. Angesichts ihres vollen Terminkalenders schätzen wir sehr, dass Frau Angrand sich so viel Zeit für das Intergenerationelle Forum genommen hat!

 

Wie auch in den vergangenen Jahren nutzte das Intergenerationelle Forum die Möglichkeit, die ersten Ergebnisse gemeinsam mit den Teilnehmenden des FAFA-VDFG-Kongresses zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Im Rahmen eines Ateliers am Freitagnachmittag arbeiteten rund 60 Personen an verschiedenen Thementischen mit der Methode des World Café. Wir stellten dabei die Ideen nicht in einem Vortragsformat frontal vor, sondern arbeiteten interaktiv und gemeinsam. Das bedeutet, dass die Teilnehmenden eine bestimmte Zeit an einem Tisch zu einem Thema verbrachten. Nach abgelaufener Zeit wurde an den nächsten Tisch gewechselt. So wurde gewährleistet, dass jede und jeder sich zu jedem Thema äußern kann, außerdem konnten weitere Ideen erarbeitet oder bestehende Ideen verbessert werden.

 

Neben der intensiven inhaltlichen Auseinandersetzung kam natürlich auch der Spaß nicht zu kurz! Bei geselligen Abendessen mit Tarte Flambée und Jazz wurden Pläne für den weiteren Abend geschmiedet, die nicht selten in spontan organisierten Sing- und Tanzeinlagen (Heeeey Macarena!) vor der Jugendherberge oder gar in lustigem Impro-Theater endeten – selbstverständlich alles immer intergenerationell und deutsch-französisch! Auch das Galadîner am Samstagabend war nicht nur kulinarisch ein Volltreffer, die große Halle wurde nach dem offiziellen Teil auch zur Tanzfläche umfunktioniert. Dabei konnten wir auf einen engagierten Tontechniker und einen enthusiastischen Kellner zählen, der zwischen Teller abräumen und spülen noch Zeit für eine Tanzperformance hatte.

Mit vielen Ideen und Projekten im Kopf wird das Organisationsteam nun die entwickelten Projekte sichten, kategorisieren und vervollständigen. Aus den 101 Ideen soll, vorbehaltlich einer gesicherten Finanzierung, eine Broschüre entstehen, die Vereinen und Komitees die Möglichkeit gibt, ihre Städtepartnerschaften neu zu denken und weiterzuentwickeln.


Als kleine Vorpremiere kann man hier schon einmal vier erste Ideen entdecken . . . 


„Europa-Abend“

Ein Informationsabend für Jung und Alt, der Bürgerinnen und Bürger für die Bedeutung Europas sensibilisiert. Ein historischer Kurzfilm über die europäische Geschichte dient dem Einstieg in einen Vortrag zum Aufbau der Europäischen Union und ihrer Bedeutung für Europa. Eine anschließende Diskussion mit der/dem Europa-Abgeordneten des Wahlkreises gibt Europa, insbesondere vor den anstehenden Wahlen des Europäischen Parlaments, ein Gesicht vor Ort und bezieht das Publikum aktiv ein. Ein unterhaltsames Quiz über Europa und Spezialitäten aus verschiedenen Regionen Europas runden den Abend ab. Im Idealfall findet der Abend zweisprachig im Rahmen eines Partnerschaftsbesuchs statt.


Städtepartnerschaftspuzzle

Während einer Städtepartnerschaftsbegegnung entsteht meist das eine oder andere Gruppenfoto. Ein viel schöneres und originelleres Andenken an die gemeinsame Zeit als ein normaler Ausdruck kann ein daraus erstelltes Puzzle sein. Das Puzzle kann bei zukünftigen Veranstaltungen auch als Gastgeschenk überreicht werden.


Auf geht’s, Oma Opa! – On y va, mamie papy !

Dies soll eine ganz besondere Form der Städtebegegnung sein, indem Großeltern und ihre Enkelkinder Generationen übergreifend die Partnerstadt erkunden. Gemeinsam macht man sich auf den Weg, Dinge der jeweils anderen Generation kennen zu lernen und so einander besser zu verstehen. Im Mittelpunkt des Austauschs soll die Verbundenheit zwischen Kind und SeniorIn stehen.


Regionales Intergenerationelles Forum

Sie kennen bereits das jährlich stattfindende Intergenerationelle Forum? Prima, dann steht der Organisation eines Intergenerationellen Forums in Ihrer Region nichts mehr im Wege! Dauer und Programm können selbstverständlich angepasst werden, sodass die Begegnung auch für kleine Kommunen erschwinglich bleibt. Es bietet sich an, die Veranstaltung gemeinsam mit anderen Deutsch-Französischen Gesellschaften oder Städtepartnerschaften zu organisieren. Ideen können dann in größerem Rahmen und mit mehreren Engagierten umgesetzt werden, die Kosten werden aufgeteilt.


Der Deutsch-Französische Jugendausschuss bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden des Intergenerationellen Forums 2018 für ihr Engagement und hofft, sie schon bald wiederzusehen! Merci à toutes et tous et à bientôt!

Und sollten Sie jetzt auf das nächste 3. Intergenerationelle Forum in Halle im September 2019 Lust bekommen haben, zögern Sie nicht, dem Team an forum@dfja.eu eine Nachricht zu schicken!


Das Intergenerationelle Forum 2018 wurde vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, der Fondation Entente Franco-Allemande, der ASKO Europa-Stiftung sowie der Stadt Colmar unterstützt.


 


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