Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa e.V.
Die Plattform für das bürgerschaftliche Franco-Allemand in Deutschland

Top-Nachricht-Archiv

Die VDFG trauert um Prof. Klaus Otto Nass

22. April 2017 Top-Nachricht-Archiv 0 Kommentare

Am 13. April 2017 verstarb Prof. Dr. Klaus Otto Nass im Alter von 86 Jahren in Hannover. Nur wenige Monate zuvor war Nass’ Ehefrau, Cornelia Nass, die Tochter der Gründungs-Präsidentin der Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften, Dr. Elsie Kühn-Leitz, am 10. Dezember 2016 im Alter von 79 Jahren verstorben. Cornelia wie Klaus Otto Nass waren beide zeitlebens engagierte wie enge  Freunde und Mitstreiter der Sache der deutsch-französischen Beziehungen der Bürger, die sich nicht zuletzt in dem renommierten “Elsie-Kühn-Leitz-Preis” widerspiegelt, den die Familie Kühn-Leitz der VDFG regelmäßig zur Verfügung stellt. Dieser mit 10.000 Euro dotierte Preis der Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa wird seit 1986 alle zwei Jahre für herausragende Verdienste für die Völkerverständigung zwischen den Ländern Deutschland und Frankreich und der europäischen Einigung verliehen. 

Die Karriere von Prof. Dr. Klaus Otto Nass zum Spitzenbeamten führte ihn auf Bundes- und Landesebene sowie 17 Jahre zur Europäischen Kommission in Brüssel. Dort begleitete er zum Beispiel die Beitrittsverhandlungen von Großbritannien, Dänemark, Irland und Norwegen. Seinem Brüsseler Chef Ernst Albrecht folgte er 1976 in die Niedersächsische Landesregierung. Er war u.a. Staatssekretär im Wirtschafts- und Verkehrsministerium unter Birgit Breuel, dann Landesbeauftragter für internationale Zusammenarbeit.

In dieser Funktion koordinierte er Projekte für internationale Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere mit dem Partnerland Sudan. Für dieses Engagement verlieh ihm die nachfolgende Regierung unter Ministerpräsident Gerhard Schröder das Große Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens. Von 1991 – 94 kehrte er noch einmal zur Europäischen Kommission zurück, aus der als Direktor E.h. ausschied.

Seit 1981 und über 30 Jahre lehrte Nass als Lehrbeauftragter, dann als Honorarprofessor an der Juristische Fakultät der Leibniz Universität Hannover. Von 1995 – 2002 war er zudem Gründungsrektor des Stiftungskollegs für internationale Aufgaben der Robert-Bosch-Stiftung. Darüber hinaus engagierte sich Prof. Nass in zahlreichen Vereinigungen, z. B. dem von ihm mitgegründeten Verein Überlebenshilfe Sudan oder als Experte in Gremien wie der “Fachkommission Europa” des Bundesarbeitskreises Christlich Demokratischer Juristen (BACDJ).

Als Autor veröffentlichte er über 15 Bücher und zahlreiche Artikel, sowohl zu Fragen des europäischen und internationalen Rechts als auch zur Familiengeschichte. Sein letztes begonnenes Buchprojekt galt seinem Großonkel, Wilhelm zur Nieden, Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944.

Prof. Nass war fast 50 Jahre mit der vor kurzem verstorbenen Schauspielerin und Rezitatorin Cornelia Kühn-Leitz verheiratet und hinterlässt zwei Kinder.

 

 

 

 


0 Kommentare


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.