Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa e.V.
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DFG Berlin: Die Urzelle aller DFGen feiert ihr 90-Jähriges

4. November 2018 Aktuelles, Jubiläum 0 Kommentare

Die Deutsch-Französische Gesellschaft Berlin ist die erste Gesellschaft dieser Art, die in Deutschland gegründet wurde:  Die Urzelle der Deutsch-Französischen Gesellschaften in Deutschland wurde am 12. Januar 1928 durch den Kunsthistoriker, Publizisten, Romanisten, Übersetzer und Journalisten Otto Grautoff  ins Leben gerufen.  

Dem ersten Präsidium gehörten damals prominente Persönlichkeiten aus Deutschland und Frankreich an, darunter Konrad Adenauer, Albert Einstein, Otto Dix, Thomas Mann, Walter von Molo, Georges Duhamel und André Gide. 

Eine wichtige Brücke stellte das Erscheinen der Monatszeitschrift „Deutsch-Französische Rundschau” dar, Schwesterzeitschrift der in Paris erschienenen  „Revue d’Allemagne“. Grautoff war Chefredakteur der von ihm ins Leben gerufenen und in Berlin verlegten Monatsschrift, alle DFG-Mitglieder erhielten sie kostenlos.

 

90 Jahre später, am 31. Oktober 2018, haben nunmehr die Mitglieder der DFG Berlin, der Vorstand mit Vertretern der französischen Botschaft wie des Berliner Senates und mit zahlreichen Freunden (Foto) im Maison de France am Kurfürstendamm der Gründung dieser Gesellschaft vom Jahre 1928 feierlich gedacht.

 

Margarete Mehdorn

Dr. Margarete Mehdorn

Sie wolle ja nicht die Feststimmung trüben, sagte VDFG-Präsidentin Dr. Magarete Mehdorn in ihrer Festansprache, aber sie sei versucht zu sagen: “Wir feiern heute „Nicht-Geburtstag“ wie es bei Alice im Wunderland heißt. Wir feiern heute nicht den 90. Geburtstag der Deutsch-Französischen Gesellschaft Berlin, diese Kontinuität hat der Lauf der deutschen Geschichte verhindert, wie wir im weiteren Verlauf noch hören werden, aber wir gedenken der Gründung der ersten Deutsch-Französischen Gesellschaft vor 90 Jahren hier in Berlin.”
Lesen Sie hier die komplette Ansprache


Rückblick:


Dr. Otto Grautoff 1932

Der französische Außenminister Aristide Briand und der deutsche Außenminister Gustav Stresemann bewiesen durch den Abschluss des Vertrages von Locarno im Oktober 1925, dass trotz der wechselvollen Geschichte beider Länder, ein gemeinsamer Weg der Annäherung und Verständigung beider Völker möglich ist. Neue Aktivitäten und Perspektiven eröffneten sich für diejenigen, die die Bedeutung der deutsch-französischen Achse für ein friedliches Europa erkannt hatten.

Schon in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg war es Grautoffs Lebensziel, als Vermittler mit großer persönlicher Überzeugung, aktiv und engagiert zwischen Frankreich und Deutschland zu agieren. Die Gründung der Deutsch-Französischen Gesellschaft in Berlin (am 12. Januar 1928), gehörte zu seiner großen Lebensaufgabe.

Eine wichtige Brücke stellte das Erscheinen der Monatszeitschrift „Deutsch-Französische Rundschau” dar, Schwesterzeitschrift der in Paris erschienenen  „Revue d’Allemagne“. Grautoff war Chefredakteur der von ihm ins Leben gerufenen und in Berlin verlegten Monatsschrift, alle DFG-Mitglieder erhielten sie kostenlos.

Zur finanziellen Absicherung dieser Monatszeitschrift gründete er 1928 die „Gesellschaft der Deutsch-Französischen Rundschau”, aus der noch im gleichen Jahr die „Deutsch-Französische Gesellschaft Berlin” hervorging. Sie wurde schnell zum Forum des deutsch-französischen Dialogs und diente zugleich als Kommunikationszentrum für alle Frankreich orientierten Vereinigungen und Institutionen.

In kurzer Folge wurde die Berliner DFG zur Mutter weiterer Deutsch-Französischen Gesellschaften (formal „Ortsgruppen” der DFG Berlin) in Frankfurt am Main, Köln, Stuttgart, Breslau, Mannheim, Nürnberg und Wien sowie in Paris, Le Havre und Sens. Dem ersten Präsidium gehörten herausragende Persönlichkeiten aus Deutschland und Frankreich an, darunter Konrad Adenauer, Albert Einstein, Otto Dix, Thomas Mann, Walter von Molo, Georges Duhamel und André Gide.

Im Juli 1934 wurde die Berliner Gesellschaft auf Betreiben von Otto Abetz, dem Frankreich-Referenten in der außenpolitischen Dienststelle Ribbentrop, aufgelöst.  Joachim von Ribbentrop, der spätere Reichsaußenminister, war seinerzeit außenpolitischer Berater Hitlers. In der Berliner Presse wurde dies unter dem expliziten Hinweis mitgeteilt, dass die Gesellschaft von 1928 nicht mehr dem Geist der Zeit entsprach. Die im Oktober 1935 neu gegründete Gesellschaft, deren Geschäftsführer Otto Abetz wurde, hatte außer dem Namen nichts mehr mit der 1928 gegründeten Gesellschaft gemein. Grautoff starb 1937 in der Emigration in Paris an einem Herzschlag, unmittelbar vor seiner Abreise nach New York.

Am 8. September 1949 wurde die Deutsch-Französische Gesellschaft Berlin im Haus der Wirtschaft in Berlin-Steglitz, wieder neu ins Leben gerufen. 


Zur Person: Zum 80-jährigen Todestages des Gründers Otto Grautoff


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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