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Berlin und Paris tasten sich voran

17. April 2020 Aktuelles Archiv, Allgemeines Archiv 0 Kommentare

Es ist mühsam, Licht am Ende eines Tunnels zu erkennen, dessen Länge wir nicht kennen. In dieser Woche haben Paris ind Berlin versucht, vorsichtig Zuversicht zu verbreiten und Lockerungen der strengen Ausgangsbeschränkungen in Aussicht gestellt. Angela Merkel sprach von einem “zerbrechlichen Zwischenerfolg” bei der Entschleunigung der Epidemie. Und deshalb bleibt es bei den geltenden Kontaktbeschränkungen bis zum 3. Mai. Aber Läden dürfen bald wieder öffnen, unter bestimmten Kriterien. Und Schulen, mit Ausnahme von Grundschulen und Kitas, bereiten sich auf die Wiederaufnahme von Unterricht ab dem 4. Mai vor. Die Grenzen zu Frankreich bleiben, außer für Pendler und Güterverkehr, fürs erste geschlossen, ebenfalls bis zum 4. Mai. “Äußerste Vorsicht” lautet das Motto auf deutscher Seite. Wir werden uns auf ein Leben mit Corona einstellen müssen, jedenfalls solange, bis ein Impfstoff und Medikamente gefunden sein werden. Und das wird dauern. Emmanuel Macron ist nicht weniger vorsichtig. Er verlängerte das in Frankreich ja noch strengere confinement zunächst bis zum 11. Mai und kündigte zugleich an, daß die Regierung in den nächsten Tagen Einzelheiten von Erleichterungen vorstellen wird, die dann möglilch sein sollen – nach dem 11. Mai. Senioren bzw. “vulnérables” sollen noch länger warten müssen. Premierminister Philippe will Details “deutlich vor dem 11. Mai” bekannt geben. Macron verband seine Ausführungen an die Nation aber auch mit einer demütigen Selbstkritik (“War Frankreich ausreichend vorbereitet? Sicher nicht”; “wir sollten uns selbst hinterfragen, ich zu allererst”); von “Krieg” war keine Rede mehr. Dafür von Mitgefühl für all diejenigen, die unter den Einschränkungen leiden. Er verband seine Einschätzung zudem mit einer Ankündigung, afrikanischen Partnern ihre Schulden zu erlassen, und der Mahnung, daß dies die Zeit sei, noch stärker für eine “stratgegische Autonomie unseres Europa” einzutreten. Hier wurde deutlich, daß diese Krise keineswegs “nur” die Gesundheit betrifft, sondern auch eine weltpolitische Dimension hat. D.P.


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