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Nordfrankreich – Urlaub bei den Sch‘tis

4. August 2014 Reisetipps 2 Kommentare
Lille - Gebäude in der historischen Altstadt
Lille - Gebäude in der historischen Altstadt

Beim Wort „Frankreichurlaub“ denken wahrscheinlich die meisten an den Süden, die Provence, die Camargue, Toulouse oder Paris, einige vielleicht auch an Skiurlaub in den Alpen oder die Atlantikküste. Dabei sind der französische Norden und vor allem die Stadt Lille – bis jetzt eher noch ein Insidertipp – unbedingt einen Abstecher wert.

Bei vielen Deutschen hat der Frankreichurlaub eine lange Tradition. Während noch kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs hier und da Schilder in französischen Cafés und Restaurants zu sehen waren, die darauf hinwiesen, dass die Nachbarn vom anderen Rheinufer nicht willkommen waren, zog es einige Jahre später viele Deutsche nach Frankreich in den Urlaub, vor allem im Zuge Ludwig Erhards Wirtschaftswunders und des sich damit einstellenden Wohlstands.

Auch wenn es viele Touristen beispielsweise in die Bretagne oder zum Mont Saint Michel in die Normandie zieht – der „hohe Norden“ ist unter Frankreichpilgern noch nicht so recht zum Sinnbild des Frankreichtourismus avanciert.

Zu Unrecht: denn zum Beispiel die Stadt Lille ist absolut sehenswert und von Deutschland aus mit Auto oder Zug sehr gut erreichbar. Die Gebäude der Altstadt, wie z.B. die alte Börse, erinnern jedoch weniger an französische als vielmehr an flämische Städte wie Brügge oder Antwerpen: Backsteinfassaden, treppenähnlich zulaufende Giebel. Der flämische Löwe prangt an den Fassaden, ebenso wie die französische Lilie, das Symbol der bekannten Universitätsstadt.

Brügge - "Das Venedig des Nordens"

Brügge – „Das Venedig des Nordens“

Das alles ist nicht verwunderlich, denn Lille gehörte im Laufe der Geschichte mal zu Flandern, mal zu Frankreich, dem Haus Burgund oder den Spanischen Niederlanden. Auch heute noch trägt die Stadt den Beinamen „Hauptstadt Flanderns“. Dieser flämisch-französische Kulturmix macht Lille zu etwas ganz Besonderem und zeigt sich nicht nur in der Architektur, sondern zum Beispiel auch in der Gastronomie: hier werden nicht nur französische Gerichte und Weine serviert, sondern ebenso belgische Gerichte wie „Stoofvlees“ (Schmorfleisch), Moules Frites und natürlich belgische Biere.

All das erinnert den deutschen Reisenden mal wieder daran, was für eine Vielfalt unser Nachbarland zu bieten hat: flämische Architektur, keltische Mystik, trübes Wetter und genauso trübe Obstbrände im Norden bis hin zu mediterraner Gelassenheit, Stierkämpfen und Apéritif mit Oliven im Süden.

Wer gerne in Buchhandlungen stöbert, wird mit Sicherheit schon mal an einem der zahlreichen Reiseführer vorbeigekommen sein, die derzeit Flandern (vor allem die Städte Brügge und Gent) als absolute Insidertipps anpreisen. Wer diesem Rat folgen möchte, dem zwingt sich ein Abstecher nach Lille also quasi auf.


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