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Eine französische Legende: Jean Jaurès

28. Juli 2014 Vorgestellt, Wissen 0 Kommentare
Dank an: http://www.jedessine.com/c_33332/coloriage/coloriages-histoire-et-pays/coloriages-france/coloriage-personnages-historiques-francais/coloriage-jean-jaures
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In Frankreich kennt ihn fast jedes Kind: Straßen, Plätze und Schulen sind nach ihm benannt. Am 29. Juli 2014 gedenkt Frankreich dem 100. Jahrestag der Ermordung von Jean Jaurès. Aber wer war eigentlich dieser Jean Jaurès, von dem in Liedern gesungen wird und der Namensgeber für eine Metrostation in Paris ist? Unsere Gastautorin Delia Friess begibt sich auf Spurensuche.

Jean Jaurès ist Namensgeber für eine Metrostation in Paris-Boulogne.

Jean Jaurès ist Namensgeber für eine Metrostation in Paris-Boulogne.

In Frankreich kennt ihn fast jedes Kind: Straßen, Plätze und Schulen sind nach ihm benannt. Jaurès, geboren 1859 in Castres, war Gründungsmitglied der Parti socialiste franϛais (PSF) und der Tageszeitung L’Humanité (1904). Außerdem: Jaurès setzte sich für die Rechte der Arbeiter, für die deutsch-französische Aussöhnung und gegen den Kriegsdienst ein. Am 31. Juli feuerte der Nationalist Raoul Villain in dem Restaurant in der Rue Montmartre in Paris in einem Restaurant tödliche Schüsse auf Jaurès ab. Noch an seinem Todestag, als bereits der „Kriegsgefahrzustand“ galt, war sein Glaube an den Frieden ungebrochen: „Ce n’est pas encore la guerre!“, soll Jaurès gerufen haben.

Über Mut sagte Jaurès einmal: „Le courage, c’est d’aller à l’idéal et de comprendre le réel.“ Als Historiker schrieb er über den deutsch-französischen Krieg von 1870/1871 und war der Ansicht, dass sich der Weltfrieden nur dann erhalten lasse, wenn die Arbeiterklasse mehr Rechte bekäme. 1892 stand er protestierenden Mienenarbeitern in Carmaux zur Seite und appellierte bis zum Ende des monatelangen Konflikts an Gewaltlosigkeit. Die von Jaurès 1902 gegründete Parti Socialiste Franϛais (PSF) ist nicht zu verwechseln mit der Parti socialiste, der Partei von Staatspräsident Franϛois Hollande. 1905 schließen sich alle sozialistischen Parteien zu der Section franϛaise de l’Internationale ouvrière (SFIO) zusammen. Erst 1969 entspringt daraus die Parti socialiste.

Der Politiker war auch ein Befürworter der Trennung zwischen Staat und Kirche und bezeichnete den Beschluss von 1905, der in Frankreich „la laïcité  genannt wird, als die „größte Reform seit der Revolution“. Mittlerweile ist er nicht nur Symbolfigur der Linken. Nicolas Sarkozy, ehemaliger Staatspräsident von Frankreich (UMP), sagte 2007 in einer Rede in Toulouse über Jaurès: „La gauche d’aujourd’hui n’a plus grande chose à voir avec la gauche de Jaurès. La gauche française n’est plus réformatrice, elle est conservatrice, immobile et statufiée.“

Auch Louis Aliot von der Front National nutzte 2009 im Wahlkampf für seine Kandidatur für das Europaparament die Figur Jean Jaurès: Auf Wahlplakaten war ein Portrait zu sehen. Der Slogan: „Jaurès aurait voté FRONT NATIONAL.“ Gilles Finchelstein, Direktor der Fondation JeanJaurès, die der PS nahe steht, sagt, dass die großen Themen von Jaurès nach wie vor Jugendliche und Arbeiter, die einen Großteil der Wähler der FN ausmache, anspreche: „C’est à nous de le faire à nouveau et de leur ouvrir un autre chemin.“ 

Bereits im April fand eine Gedenkfeier in Carmaux im Rahmen des „2014, l’année Jaurès“ statt, an der auch der französische Staatspräsident Franϛois Hollande teilnahm. Über das ganze Jahr finden Ausstellungen und Veranstaltungen in Frankreich statt, die an die große Persönlichkeit erinnern. Auch am 31. Juli findet ab 9.45 Uhr in dem Restaurant Taverne du Croissant (Rue Montmartre 146), dem Ort an dem Jaurès erschossen wurde, eine Veranstaltung zum Gedenken an den Politiker statt.

Autorin des Textes: Delia Friess


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